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Gamescom: Gamescom 2026: Die Tops und Flops der Spielemesse
Die Gamescom 2026 gibt sich präsidial und größer denn je – das wichtigste Spiel des Jahrzehnts wird aber zum Querschläger. Die Tops und Flops der Redaktion.
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Was haben Frank-Walter Steinmeier und „GTA 6“ gemeinsam? Einen Gamescom-Besuch zumindest nicht. Während der Bundespräsident der Branche Glanz verlieh, zeigte sich Rockstar ganz und gar unbeeindruckt: Anstatt wie andere Spielefirmen in den Kölner Messehallen um die Aufmerksamkeit von Gamern und Fachbesuchern zu buhlen, veranstaltete Rockstar am Gamescom-Donnerstag ein durchgestyltes Netflixpremieren-Alternativprogramm. Rockstar macht, was Rockstar will – dagegen kann auch die Gamescom nicht anstinken.
Ein Schönheitsfehler, würden die Veranstalter sagen. Als ich im Vorfeld der Messe den Geschäftsführer des deutschen Branchenverbands game auf „GTA 6“ angesprochen habe, wollte er sich nicht so recht äußern. „GTA“ zeige, wie groß Videospiele mittlerweile werden können, sagte Felix Falk nur. Und betonte schnell, dass ja auch andere Spiele sehr groß sind.
Und was groß ist, braucht Platz. Zum ersten Mal in der Geschichte der Messe war 2026 jeder verfügbare Quadratmeter vergeben. Mehr als 1600 Aussteller aus 67 Ländern sind nach Köln gekommen, so viele wie noch nie, und die Koelnmesse prüft für 2027 bereits zusätzliche Hallenflächen. Die Gamescom steht gut da. Und das „GTA“-Problem wird sich ja im kommenden Jahr sowieso erledigt haben: Bis dahin ist „GTA 6“, wenn es auf dieser Welt noch mit rechten Dingen zugeht, längst aus dem Weg.
Was uns bei der Gamescom 2026 gut gefallen hat und was nicht, haben wir in einer Bilderstrecke gesammelt:
Die Spielebranche hat es gerade nicht leicht. Der Corona-Hype ist längst verflogen, Menschenscharen verlieren ihren Job und weil KI-Rechenzentren den Speichermarkt leerräumen, werden Konsolen und PC-Komponenten eher teurer statt billiger. Moderator Geoff Keighley bezeichnete die Lage der Branche in der Eröffnungsshow Opening Night Live als gleichermaßen aufregend und erschreckend. Es ist eine Zeit der Paradoxe.
Einen zwiegespaltenen Blick auf die Spielebranche hat auch Frank-Walter Steinmeier, der in seiner Eröffnungsrede des Gamescom Congress nicht nur Lob für Videospiele im Gepäck hatte. „In ihrer Gesamtheit sind digitale Spiele kulturrelevant – und damit, das halte ich für entscheidend, auch relevant für unsere Demokratie“, sagte Steinmeier in seiner Rede. „Das gilt im Guten wie im Schlechten.“
Das Schlechte: Computerspielsucht könne schwerwiegende psychische, soziale und oft auch finanzielle Folgen nach sich ziehen. Und es gebe weiterhin Spiele, in denen junge Menschen mit Brutalität und roher Gewalt in Berührung kämen, „mit Sexismus, Rassismus, mit menschenverachtendem Denken und extremistischen Ideologien“.
Also: Augen auf bei der Spielauswahl. Wie wäre es zum Beispiel mit dem garantiert gewaltfreien „Lego Skylines“, einen süßen City-Builder im Lego-Stil? Ein wenig simulierter Krabbenfischerei? Oder mit prozeduralen Magiesystemen in „Dwarf Fortress“? Die Videospielwelt hält für jeden Geschmack etwas bereit. Das bleibt auch in unsicheren Zeiten sicher.