// TAGESSCHAU WIRTSCHAFT — FINANZA
Was die energetische Sanierung von Häusern beschleunigen könnte
Millionen Häuser könnten energetisch saniert werden. Doch Eigenheimbesitzer sind oft zögerlich: Hohe Kosten, unkalkulierbare Risiken und die Aussicht auf monatelange Baustellen schrecken viele ab. Doch muss das sein?
Bauingenieur Ronald Meyer ist spät dran. Verzögerungen auf der Autobahn von Leipzig nach Berlin. Verspätungen, Stillstand, Wartenlassen: eigentlich absolutes No-Go für ihn. "Es eine Regel, dass wir jedes Problem innerhalb von 30 Minuten gelöst haben müssen", sagt er. "Also wirklich jedes Problem."
Nun hantiert Meyer im Wohnzimmer eines Einfamilienhauses im brandenburgischen Hennigsdorf im Speckgürtel Berlins. Die Eigentümer, ein junges Paar mit Kind, wollen das Haus sanieren lassen. Energieeffizient, modern, möglichst günstig - und möglichst schnell. Noch vor dem kommenden Winter soll alles fertig sein. Ein ambitioniertes Ziel.
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Für Bauingenieur Meyer ist das Haus eine Etappe in einem langen Kampf gegen den Stillstand. Es gebe einen Sanierungsstau in Deutschland, sagt er. Trotz Fördermitteln, trotz hoher Energiekosten. Eine Sanierung sei oft ein schwer kalkulierbares finanzielles Risiko.
Das schrecke viele Eigenheimbesitzer ab. "Die Preise sind unnötig hoch. Die Leute können und wollen das nicht bezahlen", sagt Meyer. Die Sanierungsquote in Deutschland sei inzwischen auf 0,7 Prozent pro Jahr gesunken. "Wir brauchen aber zwei Prozent allein um die Immobilien im Wert zu erhalten", so Meyer.
Hier, im Wohnzimmer in Hennigsdorf, haben sich rund ein Dutzend Fachleute eingefunden: Heizungsbauer, Energieberater, Solarinstallateure sowie Vertreter der Baubehörde. Normalerweise macht jeder in der Branche sein Ding. Meyer will das ändern, alle Gewerke miteinander verzahnen. Das Ziel: mehr Effizienz, weniger Leerlauf. Und somit am Ende auch niedrigere Kosten für Eigentümerinnen und Eigentümer.
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Sein Konzept: ein "Sanierungssprint". Zwischen Beginn und Ende der Bauarbeiten dürfen maximal 22 Tage liegen. Alles ist genau getaktet. Und Verspätungen eben verboten. "Die Baustelle darf sich nicht verzögern", ist so etwas wie ein Mantra für Meyer.
Meyers Plan fußt auf einer wenig schmeichelhaften Analyse des eigenen Gewerbes. "Wir sind auf unseren Baustellen in Deutschland im Schnitt nur zu 30,9 Prozent produktiv", so Meyer. Die Zahl hat er selbst recherchiert, auf Baustellen und in Fachliteratur.