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Bahnverkehr normalisiert sich nach bundesweitem IT-Ausfall
Nach der bundesweiten Störung läuft der Bahnverkehr wieder an. Dennoch gibt es weiterhin Verspätungen. Aus den Ländern kommt bereits scharfe Kritik an der Bahn.
Nach der bundesweiten Störung ist der Zugverkehr nach Angaben der Deutschen Bahn am Morgen reibungslos wieder angelaufen. Es komme aber noch vereinzelt zu Folgeverspätungen, teilte die Bahn mit. Sämtliche Strecken seien uneingeschränkt befahrbar, und das volle Zugangebot im Regional- und Fernverkehr fahre weitestgehend planmäßig.
Nähere Angaben zur Ursache der Störung vom späten Dienstagabend machte die Bahn nicht. Diese sei in der Nacht identifiziert worden, es könnten aber keine Details genannt werden, hieß es. Sicherheitsbehörden gehen nach rbb-Informationen nicht von Sabotage aus. Als Ursache werde ein fehlerhaftes Update der Deutschen Bahn vermutet. Von einem Software-Update berichteten Bahnmitarbeitende auch dem SWR.
Eine deutschlandweite Störung des digitalen Bahnfunksystems GSM-R hatte bei der Deutschen Bahn (DB) am Abend für rund zwei Stunden Stillstand gesorgt. Es waren etliche Reisende betroffen. Kurz nach Mitternacht wurde das Problem behoben. Gegen 0:30 Uhr fuhren die ersten Züge wieder. Danach lief der Verkehr am frühen Morgen Schritt für Schritt wieder an.
Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) übte deutliche Kritik an der Bahn. „Das macht mich fassungslos. Dass durch einen technischen Defekt der komplette Bahnverkehr in Deutschland zum Erliegen kommt, ist ein neuer Tiefpunkt bei einer ohnehin schwachen Betriebsqualität“, sagte Krischer der Deutschen Presse-Agentur.
„Ich erwarte, dass die Bahn diesen Vorfall transparent und lückenlos aufklärt. Es kann nicht sein, dass wegen des Ausfalls eines Systems Zehntausende Menschen die Nacht in Zügen und Bahnhöfen verbringen müssen.“ Der NRW-Minister äußerte auch Kritik am Notfallmanagement. Nötig seien Notfallmechanismen, die ein solches Desaster in Zukunft vermeiden.
In Nordrhein-Westfalen lief der Verkehr am Morgen wieder weitgehend normal. Am Duisburger Hauptbahnhof waren einige Züge leicht verspätet, Ausfälle gab es aber fast keine. An den anderen Bahnhöfen im bevölkerungsreichsten Bundesland war das Bild ähnlich: In Köln und Düsseldorf lief der Betrieb völlig normal, wie Reporter der Nachrichtenagentur dpa berichteten.
In Berlin rollte der S-Bahn-Verkehr am Morgen ohne größere Einschränkungen. „Bisher sind keine größeren Verspätungen mehr feststellbar. Hoffen wir, dass es so bleibt“, teilte das Unternehmen auf X mit. An der Haltestelle Zoologischer Garten und am Berliner Hauptbahnhof ging es am frühen Morgen ruhig zu.
In der Nacht waren zahlreiche Reisende auf Bahnhöfen gestrandet, vor Bahnhofsinformationen hatten sich sehr lange Warteschlangen gebildet. Viele Reisende saßen durch den Ausfall fest. Zwar wurden laut einem Bahnsprecher Taxi- und Hotelgutscheine ausgegeben – teils konnten Menschen aber keine freien Hotelzimmer mehr buchen, etwa in Frankfurt. Ein ICE nach Mannheim und Stuttgart fuhr dort nahezu ohne Passagiere los. Niemand hatte den vielen Wartenden vor der Abfahrt Bescheid gegeben. Unter anderem am Berliner Hauptbahnhof beklagten Fahrgäste, dass es keine Auskünfte gab.
Die Ursache der Störung des Bahnfunks GSM-R hatte die DB noch in der Nacht identifiziert. IT-Experten der Bahn hätten pausenlos an der Entstörung gearbeitet, mit Erfolg. „Die Störung konnte so innerhalb kurzer Zeit behoben werden“, hieß es weiter. Man danke allen Fahrgästen für die Geduld. Bahn-Chefin Evelyn Palla sagte der Bild-Zeitung, die Lage sei mit einem Notfallsystem stabilisiert worden.