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Call of Duty: Activision schickt Rechtsvertreter zur Haustür eines Cheat-Verkäufers
Der Publisher überreichte dem Betreiber von Elocarry persönlich eine Abmahnung an dessen Wohnhaus und droht der gesamten Szene mit rechtlichen Schritten.
Activision hat ein Video veröffentlich, das eine ungewöhnliche Aktion zeigt: Ein Rechtsvertreter des Anbieters tauchte direkt am Haus eines berüchtigten Call-of-Duty-Cheat-Verkäufers im US-Bundesstaat Ohio auf und überreichte ihm persönlich eine Abmahnung.
Der knapp einminütige Clip erschien am Freitag auf dem offiziellen Call-of-Duty-Account. Die Zustellung selbst fand allerdings schon am 22. August statt – also während der Closed Beta von Modern Warfare 4 am vergangenen Wochenende.
Das Video zeigt, wie der Bote vor einem Wohnhaus hält, einen Mann anspricht (dessen Gesicht durchgehend unkenntlich gemacht ist) und ihm die Dokumente übergibt.
„Ich habe hier ein paar Unterlagen für dich“, sagt der Vertreter im Clip. „Von den Anwälten von Activision. Äh, das ist eine Unterlassungsaufforderung für dich.“
Er fordert den Mann auf, sich bei der in den Unterlagen genannten Kanzlei zu melden, und geht wieder. Kein Geschrei, keine Verfolgungsjagd, kein Drama – einfach nur eine förmliche Übergabe an der Haustür.
Activision nutzt seit 2021 das eigens entwickelte Kernel-Level-Sicherheitssystem RICOCHET für Call of Duty. Es kombiniert Server-Monitoring mit tiefen Systemanalysen, um Schummler und Hack-Anbieter frühzeitig zu erkennen.
Im Visier der Aktion stand der Anbieter Elocarry. Seine Cheats beschränkten sich längst nicht nur auf Call of Duty, sondern deckten auch andere Multiplayer-Spiele wie Rust und Apex Legends ab. Vor dem unangemeldeten Besuch verkaufte Elocarry Berichten zufolge ein Cheat-Paket für Black Ops 7 und Warzone. Das Paket bewarb er als absolut sicher vor dem Anti-Cheat-System RICOCHET. Ein Drei-Monats-Abo kostete umgerechnet bis zu 95 Euro.
In einem weiteren Beitrag teilte Activision einen Screenshot aus Elocarrys Discord-Server. Darin heißt es, dass der Verkauf aller Call-of-Duty-Produkte „vorübergehend pausiert“ sei, während man eine „Angelegenheit“ intern prüfe. Der restliche Shop soll allerdings weitergelaufen sein.
Laut Activision war die Aktion in Ohio nur ein kleiner Teil eines viel größeren Eintrags gegen die Szene. Der Publisher gibt an, inzwischen mehr als 80 Unterlassungserklärungen zugestellt zu haben. Zudem ging das Unternehmen gegen über 375 Reseller-Netzwerke vor und legte mehr als 30 Anbieter komplett stil.