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LUMI AI Factory: AMDs 256-Kern-Epycs & MI430X für €388-Mio.-Supercomputer
Die LUMI AI Factory geht als Teil des EuroHPC Joint Undertaking für 387,8 Millionen Euro voll auf AMD: 256-Kern-Epycs und MI430X sollen im BullSequana XH3500 bereits 2027 in Betrieb gehen. Das ist schon der zweite große europäische Auftrag für AMD, im letzten November wurde bereits ein französisches Exascale-System angekündigt.
Die LUMI AI Factory wird am CSC – IT Center for Science in Kajaani, Finnland, gebaut. Die Hälfte der Investition stemmt das EuroHPC JU und bekommt so auch die Hälfte der Zugriffszeit; die andere Hälfte finanzieren die Teilnehmer des Konsortiums, die nicht nur aus Finnland kommen, sondern auch aus Tschechien, Dänemark, Estland, Norwegen und Polen.
Inbegriffen in den 387,8 Millionen Euro sind „nur“ der Kauf der Hardware, die Lieferung, der Aufbau als auch die Wartung des Supercomputers über einen nicht näher genannten Zeitraum. Das Gesamtbudget inklusive IBM-Quantencomputer und einem Service Center wird hingegen mit 650 Millionen Euro beziffert, 250 Millionen davon stemmt Finnland allein. Der Standort wurde deshalb gewählt, weil hier bereits viel Know-how und Wissen durch den bisherigen LUMI-Supercomputer vorhanden ist, der direkt nebenan steht.
Erneut kommt Bull aus Frankreich zum Zuge, wenn es darum geht, das System auch in Finnland aufzustellen und in Betrieb zu nehmen. Die bekannte und bewährte Exascale-Architektur des Unternehmens wird in Form des wassergekühlten BullSequana XH3500, der nicht nur mit Nvidia, sondern auch mit AMD bestückt werden kann, eingesetzt. Hier und heute nutzt er die neueste Hardware von AMD. Denn, wie auch die Betreiber von LUMI heute erklären, geht es ohne FP64 nicht, trotz AI-Fokus.
256-Kern-Prozessoren aus der neuesten Epyc-Generation mit dem Codenamen Venice wurden zwar vor einigen Wochen bereits vorgestellt, richtig verfügbar werden sie aber erst in den kommenden Wochen und Monaten sein. Das gilt auch für die neuen HPC-Beschleuniger der Serie Instinct MI430X. Diese Auskopplung der MI400-Familie ist explizit nicht nur für AI-Inhalte gedacht, sondern kann auch im HPC-Umfeld mit hoher FP64-Leistung punkten. Kein anderes Unternehmen kann das bieten, erklärte Thomas Zacharia, Senior Vice President, Global Public Sector und Strategic Partnerships bei AMD, bei der Vorstellung.
Bereits der originale LUMI-Supercomputer setzt komplett auf AMD-Hardware. Mit knapp 380 PetaFLOPS an Rechenleistung war dieser im November des letzten Jahres noch auf Platz 8 der Top500-Liste geführt, in diesem Jahr wurde er jedoch verdrängt. Für den Bereich Storage ist IBM mit an Bord, Nokia als Lokalmatador ist mit Bull beim Netzwerk und Interconnect involviert. Bull-CEO Emmanuel Le Roux erklärte vor Ort stolz, dass man als europäisches Unternehmen auch auf viele europäische Ressourcen zurückgreifen werde – beim originalen LUMI kam noch HPE Cray zum Einsatz.
Die LUMI AI Factory soll ungefähr die doppelte Leistung in dem Bereich bieten, beim Thema AI eher die zehnfache Inference-Leistung, heißt es heute, ohne dass die Beteiligten finale Zahlen preisgeben. Ein Exascale-System wie das in Frankreich für 554 Millionen Euro wird das zweite LUMI-System also nicht – damit hätte man sonst schließlich auch geworben.
Die Anlage wird auf 23 Megawatt ausgelegt sein und zu 100 Prozent mit Strom aus Wasserkraft betrieben, erklären die Betreiber heute. Sie wird damit erneut eines der grünsten Systeme der Welt sein. Derzeit sind bereits drei Bull-Supercomputer die grünsten der Welt.
Evangelos Floros vom EuroHPC JU erklärte zum Start heute, dass das nächste Ziel nun die Gigafactory ist, die Ende Juli auf den Weg gebracht wurde. Zehn Milliarden Euro wird Europa dafür bereitstellen, man hofft zudem auf weitere 20 Milliarden Euro durch die Industrie und Partner. Die 30 Milliarden Euro sollen dann in sieben Gigafactories fließen.
Floros erklärte, dass Europa durch das Joint Undertaking im Supercomputer-Rennen viel Boden gutgemacht habe und einige der schnellsten Systeme und hellsten Köpfe der Welt in Europa zu finden