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Kommentar zur Fußball-WM: Schnelle Bilder, dafür zahle ich Rundfunkgebühren
Wenn ich die WM schaue, freue ich mich vor allem über geringe Latenzen. Und die bekomme ich linear und im freien Stream bei ARD und ZDF, meint Ulrike Kuhlmann.
Die TV-Rechte waren teuer erkauft von ZDF und ARD, das ist ebenso diskussionswürdig wie die Finanzierung der Polizeieinsätze bei Fußballspielen aus unseren Steuern. Aber die Kritik an der Bildqualität der WM-Spiele bei ARD und ZDF halte ich für übertrieben.
Zum einen hängt die Qualität stark vom eigenen WLAN ab und ein wenig vom eigenen Empfangsgerät. Zum anderen finde ich persönlich den Stream in den Mediatheken weit entfernt von Klötzchenfußball und Pixelmatsch. Aber noch viel wichtiger: Er ist schnell!
Ulrike Kuhlmann war nach zwischenzeitlichem Sportstudium als Dozentin tätig, bevor sie beim Elektronikmagazin Elrad landete. Von dort wechselte die diplomierte Elektrotechnikerin zur c't, wo sie leitende Redakteurin ist. Ihr Steckenpferd ist die Displaytechnik.
Kritiker ignorieren den Fakt, dass die gedrosselte Übertragungsqualität einen Grund hat – nämlich die schnellere Verfügbarkeit des Live-Bildes, also eine niedrige Latenz. Wer hochauflösende Bilder ruckel- und störungsfrei im Stream auf den Schirm bringen will, muss zwischenspeichern. Das kostet Zeit und die rächt sich nicht beim Filmgenuss, sondern während der Übertragung von Live-Veranstaltungen wie der Fußball-WM.
Mir persönlich ist es deutlich wichtiger, beim Private Public Viewing nicht von den Nachbarn gestört zu werden. Die sollen laut jubeln, aber gern mit mir zusammen und bitte nicht, bevor auch ich den Grund des Jubelns zu Gesicht bekomme. Wer als fußballinteressierter Mensch beim Elfmeterschießen schon einmal acht Sekunden Verzögerung gegenüber den Nachbarn ertragen musste, weiß worüber ich spreche. Die Bildqualität finde ich da eher zweitrangig.
Eine bessere Lösung? Gibt es in dieser stark fragmentierten TV-Landschaft mit ihren unzähligen Streaminganbietern derzeit wohl nicht. Deshalb scheint mir die für mich überall verfügbare, schnelle Übertragung live und im Stream von ARD und ZDF absolut begrüßenswert und im Sinne vieler Fußballfans.
Da der Medienstaatsvertrag im § 13 den freien, allgemein zugänglichen Empfang von Großereignissen fordert, werden ARD und ZDF hier ihrer Aufgabe gerecht. Genau für so etwas zahle ich Rundfunkgebühren.
Über eine wesentliche Kostenfrage sollte man dennoch diskutieren: Wieso wehrt sich kein Land gegen die unverschämte Preispolitik der FIFA? Das ist keine Frage des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, sondern eine von Nationen weltweit.
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