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Star Wars: Zero Company: Studio beurlaubt 80 Prozent der Belegschaft vor Release
Wegen massivem Geldmangel und einem erbitterten Rechtsstreit der Gründer schickte Bit Reactor einen Großteil der Entwickler in den unbezahlten Zwangsurlaub.
Die meisten Entwickler hinter dem hochgelobten Star Wars: Zero Company wurden bereits Wochen vor dem Release freigestellt. Ein handfester Rechtsstreit zwischen den Studio-Gründern stellt derzeit die Eigentumsverhältnisse von Bit Reactor in Frage.
Wie Game File berichtet, spricht eine Quelle davon, dass rund 80 Prozent der Belegschaft freigestellt wurden. Das bedeutet: Diese Entwickler mussten in einen unbezahlten Zwangsurlaub gehen. Unternehmen greifen normalerweise zu dieser Maßnahme, wenn es keine Arbeit mehr gibt oder schlicht das Geld für die Gehälter fehlt. Einer weiteren Quelle zufolge steht nur noch eine absolute Rumpfmannschaft auf der Gehaltsliste. Diese verbleibende Truppe soll sich um die letzten Bugs in Zero Company kümmern.
Star Wars: Zero Company ist ein neues Taktik-Strategiespiel im beliebten Sci-Fi-Universum. Der vom Studio Bit Reactor entwickelte und von EA vertriebene Titel erfreut sich bei Kritikern sowie Fans großer Beliebtheit und stürmte direkt zum Release die Steam-Topseller-Liste.
Ein Sprecher von Bit Reactor bestätigte gegenüber Game File, dass "viele" Mitarbeiter freigestellt wurden. Er betonte jedoch ausdrücklich, dass dies rein gar nichts mit dem Publisher EA oder Disney – dem Inhaber der Star-Wars-Marke – zu tun habe. Ein August-Update zu einer Klage aus dem Jahr 2024 besagt, dass "die meisten" Mitarbeiter des Studios betroffen seien. Zum genauen Ausmaß der Kürzungen wollte sich der Vertreter allerdings nicht äußern.
Der Grund für diese massiven Freistellungen ist schlichtweg Geldmangel. Offenbar gingen dem Entwickler kurz vor dem Release des Spiels die finanziellen Mittel aus. Senior Technical Artist Zachariah Scott schrieb auf LinkedIn, dass Bit Reactor die Freistellungen von vor einigen Wochen "offenbar verheimlichen" wollte. Game File hakte bei Scott nach. Er gab an, dass er in diesem Zeitraum mit fast einem Dutzend betroffenen Mitarbeitern gesprochen habe, die in den Zwangsurlaub geschickt wurden.
Ein Sprecher von Bit Reactor erklärte gegenüber Game File, dass das Studio hoffe, diese Entwickler bald wieder regulär beschäftigen und bezahlen zu können. Er deutete an, dass der kürzliche Launch von Star Wars: Zero Company genau dabei helfen solle. Scott zeigte sich hingegen skeptisch. Er bezweifelt stark, dass das Studio wirklich alle Betroffenen zurückholt.
Was die bereits erwähnte Klage angeht: Darin enthüllte Studio-Mitbegründerin Alison Kelly die besagten Freistellungen. Der eigentliche Gerichtsprozess sollte ursprünglich schon im Juni starten. In dem Rechtsstreit geht es um die Eigentumsverhältnisse zwischen den Gründern. Kelly brachte die Klage 2024 ins Rollen. Sie behauptet, man habe sie systematisch aus dem Unternehmen gedrängt. Der andere Mitbegründer, Greg Foertsch, beansprucht das Studio hingegen komplett für sich allein.
Kelly macht einen Schaden von 20 Millionen US-Dollar geltend und behauptet, das Studio sei das Doppelte wert. Foertsch hält jedoch dagegen: Kelly sei nie Mitinhaberin des Unternehmens gewesen. Zudem stellte er ihre allgemeine Arbeitsleistung infrage – ein Vorwurf, den Kelly strikt zurückweist.
Die Nachricht über die Entlassungen legt einen dunklen Schatten auf einen eigentlich triumphalen Moment für Bit Reactor. Zero Company wird von Fans und Kritikern gleichermaßen gefeiert. Viele lieben die Darstellung des Star-Wars-Universums und das starke taktische Gameplay. Der Titel kletterte zudem rasend schnell an die Spitze der Steam-Topseller-Liste, was durchaus auf einen finanziellen Erfolg hindeutet. Bleibt nur zu hoffen, dass die Entwickler hinter diesem Hit am Ende auch die Bezahlung bekommen, die sie verdienen.