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Poco F9 Ultra: Aus der Preis-Leistungs-Marke wird ein Premiumanbieter
Poco bringt mit F9 Ultra und F9 Pro zwei aufwendige Gaming-Flaggschiffe. Doch bei bis zu 1400 Euro UVP stellt sich die Frage, wie sie sich von Xiaomi abgrenzen.
Poco war lange die Marke für die, die vor allem eines wollten: möglichst viel Rechenleistung für vergleichsweise wenig Geld. Kameras, Materialien oder Zusatzfunktionen durften dabei etwas einfacher ausfallen – entscheidend war, dass ein Poco beim Spielen und bei anspruchsvollen Apps mit deutlich teureren Smartphones mithalten konnte.
Mit dem Poco F9 Ultra und F9 Pro verabschiedet sich die Xiaomi-Tochter zumindest bei den offiziellen Preisen weiter von diesem Prinzip. Das F9 Ultra startet bei 1099,90 Euro, die Version mit 16 GByte Arbeitsspeicher und 1 TByte Speicher kostet 1399,90 Euro. Das kleinere F9 Pro beginnt bei 899,90 Euro und kostet mit 512 GByte Speicher knapp 1000 Euro.
Damit bewegt sich Poco endgültig im Preisbereich klassischer High-End-Smartphones – also gerade dort, wo Xiaomi unter eigenem Namen seine Topmodelle positioniert. Das Xiaomi 17T Pro etwa, das wir im Test unter die Lupe genommen haben, kostet in der 12/512-GByte-Variante rund 1000 Euro und zeigt, womit Poco nun konkurriert. Der Aufpreis wird allerdings nicht allein mit dem schnellen Prozessor begründet: Poco verbaut dieses Mal ein komplettes Paket aus starker Hardware, großem Akku, hochwertigeren Kameras, IP68-Schutz und drahtlosem Laden.
Dazu kommt: Die Early-Bird-Preise fallen deutlich niedriger aus. Bis zum 21. September soll das F9 Ultra ab 829,90 Euro und das F9 Pro ab 739,90 Euro erhältlich sein. Diese Preise passen besser zu Pocos bisheriger Rolle. Die hohen UVPs setzen dennoch eine neue Marke: Poco soll offenbar nicht mehr bloß als günstige Leistungsalternative wahrgenommen werden, sondern als Premiumanbieter für Gaming und Multimedia.
Beide Modelle nutzen Qualcomms Snapdragon 8 Elite Gen 5, gefertigt in 3 nm. Beim F9 Pro handelt es sich allerdings um die V-Series-Variante (SM8850-1-AB) mit etwas schwächerer GPU. Dazu kommt jeweils der dedizierte Bildchip VisionBoost D8. Er soll Spiele nicht nur hochskalieren und HDR-Effekte ergänzen, sondern per Zwischenbildberechnung Bildraten von bis zu 185 fps ermöglichen.
Poco spricht von mehr als 20 Spielen mit nativer 185-fps-Unterstützung; fünf weitere Titel sollen über die Zwischenbildberechnung auf diesen Wert kommen. Genannt werden unter anderem PUBG Mobile, Call of Duty: Mobile und Garena Delta Force. Die Einschränkung ist wichtig: Die maximale Bildrate gilt nur in ausgewählten Spielen und unter bestimmten Einstellungen.
Auch die übrige Gaming-Ausstattung liest sich eher wie ein Datenblatt eines Spezialisten als wie das eines einstigen Preisbrechers: Das Display arbeitet mit bis zu 185 Hz, die Abtastrate soll im Game-Turbo-Modus bis zu 4800 Hz erreichen. Die reguläre Zehnfinger-Abtastrate liegt bei bis zu 480 Hz. Beim F9 Pro nennt Poco außerdem eine Gyro-Abtastrate von bis zu 200 Hz; die Funktion soll ab September per Update kommen und nur in ausgewählten Spielen funktionieren.
Für anhaltende Leistung sollen beim Ultra ein „3D Dual-Layer IceLoop“-Kühlsystem und beim Pro ein „Poco 3D IceLoop“ sorgen. Beide Geräte nutzen LPDDR5X-Arbeitsspeicher mit bis zu 9600 Mbit/s und UFS-4.1-Speicher. Das Ultra wird mit 12/256 GByte, 16/512 GByte oder 16 GByte/1 TByte angeboten, das Pro mit 12/256 oder 12/512 GByte.
Besonders auffällig ist der Akku des F9 Ultra: Mit 8050 mAh ist er deutlich größer als bei fast allen üblichen Oberklasse-Smartphones. Beim Poco X8 Pro Max hatte Xiaomi bereits einen 8500-mAh-Akku verbaut – die F9-Serie setzt diese Linie mit großen Energiespeichern fort. Poco verspricht bis zu zwei Tage Laufzeit, wobei dies naturgemäß auf Labortests mit einem simulierten Nutzungsmix basiert. Das 235 Gramm schwere Gerät lädt mit bis zu 100 Watt per Kabel und 50 Watt drahtlos. Außerdem kann es andere Geräte mit maximal 27 Watt per Kabel oder 22,5 Watt drahtlos laden.