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Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen: Apple wirft OpenAI Vernichtung von Beweismitteln vor
Die juristische Auseinandersetzung rund um angeblich gestohlene Geschäftsgeheimnisse zwischen Apple und OpenAI geht in die nächste Runde. In einem nun eingereichten Schriftsatz wirft Apple dem KI-Spezialisten die aktive Vernichtung von Beweisen vor. Zugleich erhebt der Konzern neue Vorwürfe gegen ehemalige Mitarbeiter.
Das geht aus einem Bericht auf Bloomberg hervor. In dem Schriftsatz behauptet Apple, dass der frühere iPhone-Ingenieur Chang Liu „nicht nur einen vertraulichen Apple-Schaltplan heruntergeladen, sondern ihn auch bei seiner Arbeit“ für OpenAI verwendet habe. Als Beleg für die Anschuldigung führt Apple eine erste forensische Untersuchung eines Firmen-MacBooks an, das Liu nach seinem Wechsel zu OpenAI im Januar dieses Jahres weiter benutzt haben soll und das Apple erst seit kurzer Zeit als Beweismittel zur Verfügung steht. Die Überprüfung soll ergeben haben, dass Liu und weitere Personen bei OpenAI über seinen fortgesetzten und laut Apple unbefugten Zugriff auf externe Cloud-Speicheranbieter des Konzerns informiert gewesen seien.
Weiter will Apple auf dem Notebook Beweise dafür gefunden haben, dass Liu „Anweisungen zur Vernichtung von Beweismitteln an eine Kollegin bei OpenAI gesendet habe, die bestätigte, dass sie diesen Folge leisten werde“, so das Unternehmen in dem Schreiben. Bereits in der ursprünglichen Klage hatte Apple OpenAI vorgeworfen, Beschäftigte des Konzerns dazu ermutigt zu haben, Informationen, Bauteile, Zeichnungen und weiteres Material über noch nicht veröffentlichte Produkte weiterzugeben und zugleich Maßnahmen zur Verschleierung dieses Vorgehens zu ergreifen.
Ebenso soll OpenAI die Herausgabe von Beweismitteln verzögert haben. So sollen die Verantwortlichen Lius Notebook erst nach mehreren Wochen ausgehändigt haben. Zudem soll Liu bei seiner Arbeit für OpenAI ein Werkzeug verwendet haben, das denselben Namen trägt wie eine interne Apple-Engineering-Anwendung, die für Entwicklungsarbeiten des Konzerns eingesetzt wird. Apple nennt allerdings keine Belege dafür, dass es sich tatsächlich um dasselbe Werkzeug handelt oder daraus unmittelbar die Verwendung vertraulicher Apple-Technologie folgt.
Apple verlangt in dem Schreiben Schadenersatz sowie eine gerichtliche Anordnung, die OpenAI dazu verpflichtet, das mutmaßliche Verhalten einzustellen und sämtliche proprietären Apple-Materialien zu vernichten. Bereits zuvor hatte der Konzern einen Bundesrichter aufgefordert, OpenAI unverzüglich die weitere Nutzung mutmaßlich gestohlener Geschäftsgeheimnisse zu untersagen. Die Argumente zu diesem Antrag sollen am 1. Oktober 2026 vor Gericht verhandelt werden.
OpenAI bestreitet die Vorwürfe weiterhin und erklärt, sich bei der Rekrutierung neuer Beschäftigter an branchenübliche Regeln gehalten zu haben. Den Zugriff auf die Cloud-Daten bestreitet das Unternehmen dem Anschein nach allerdings nicht, gibt jedoch an, Liu habe damit lediglich einem früheren Apple-Kollegen zu helfen versucht. Zur Untermauerung dieser Darstellung veröffentlichte OpenAI Auszüge aus Textnachrichten. In seinem eigenen Schriftsatz vom Montag argumentiert das Unternehmen erneut, sämtliche von Liu aufgerufenen Apple-Dokumente seien für seine Arbeit bei OpenAI „irrelevant“. Liu habe sie „im Auftrag von Apple-Mitarbeitern und für Arbeitszwecke von Apple“ geöffnet.
Gleichzeitig kritisiert der Konzern Apples „nachlässige Verfahren“ bei der Datensicherheit und beim Ausscheiden von Mitarbeitern, die unmittelbar zu der jetzigen Situation beigetragen haben sollen. „Apple versucht nun, die Mitarbeiter einzuschüchtern, die das Unternehmen verlassen haben. Es ist kein Wunder, dass sich 400 von ihnen für einen neuen Arbeitgeber entschieden haben“, so die Anwälte des Unternehmens. Gleichzeitig forderte OpenAI das Gericht auf, Apples Antrag auf eine einstweilige Verfügung „erheblich einzuschränken“, falls überhaupt eine solche erlassen wird.
Laut dem Bericht sollen inzwischen mehr als 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter zu OpenAI gewechselt sein. Der Perso