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Orbitals im Test: Ein absolutes Koop-Highlight für die Nintendo Switch 2
Das charmante Sci-Fi-Abenteuer fängt den Retro-Anime-Look perfekt ein, schwächelt jedoch bei der Steuerung und dem Story-Finale
Orbitals ist ein kooperatives Sci-Fi-Adventure, das am 3. September 2026 exklusiv für die Nintendo Switch 2 erscheint. Entwickelt von Shapefarm und vertrieben von Kepler Interactive, arbeitet das Team mit dem tokyobasierten Studio Massket zusammen, das für die Zwischensequenzen zuständig ist.
Mit Orbitals liefern Shapefarm und Kepler Interactive ein ungewöhnliches Science-Fiction-Abenteuer, das seine Inspirationen nicht versteckt, sondern sichtlich feiert. Das Switch 2 exklusive Koop-Game ist eine optische und musikalische Hommage an Anime-Klassiker der 80er- und 90er-Jahre. Leonie und ich haben uns sowohl lokal als auch online zusammengesetzt, um zu testen, ob Orbitals ein guter Anwärter auf unser GOTY sein könnte. Oben im Video gibt's dazu alle Details.
Unsere Hauptfiguren Maki und Omura sitzen auf ihrer von einem kosmischen Sturm eingeschlossenen Heimatstation fest. Haben wir uns entschieden, wer wen spielen mag - eine rein kosmetische Entscheidung - machen wir uns auf, fremde Welten und verlassene Raumstationen zu erkunden. Dabei müssen wir kosmische Kassetten aufsuchen und versuchen herauszufinden, was sich hinter dem mysteriösen Sturm verbirgt.
Orbitals lebt vor allem von seiner liebevoll gestalteten, lebendigen Welt und den beiden Hauptfiguren. Maki und Omura, die übrigens nach japanischem Essen benannt sind, sind Geschwister, deren natürliche Dynamik immer wieder für charmante Dialoge sorgt. Die deutsche Vertonung unterstützt diesen Charme hochwertig. Gemeinsam entdecken wir so fremde Lebensformen, erkunden ungewöhnliche Schauplätze und setzen uns Stück für Stück aus kleinen Hinweisen ein Bild von dieser Welt zusammen. Schnell merken wir, wie viel wir uns über den Schauplatz selbst unterhalten. Sas Spiel regt uns aktiv dazu an, selbst zu interpretieren, welche Geheimnisse sich in diesem Universum wohl noch verbergen.
Genau deshalb ist es schade, dass die Handlung ihr Potenzial nicht vollständig ausschöpft. Das Spiel deutet größere Zusammenhänge an, düstere Ebenen und interessante philosophische Themen, bleibt im letzten Drittel aber zu oberflächlich. Einige Figuren und Handlungsstränge wirken dadurch eher wie spannende Ansätze als wie wirklich ausgearbeitete Bestandteile einer großen Geschichte, die über das Spiel hinausgeht.
Konsequent ist Orbitals auf zwei Spieler ausgelegt und verlangt auch bei den Rätseln sowie Spielsystem gute Kommunikation und Zusammenarbeit. Die Herausforderungen funktionieren aber angenehm und fair, während sich Rollen und Aufgaben jederzeit wechseln lassen. Action-, Flug- und Jump-and-Run-Passagen sowie verschiedene sammelbare Minispiele bringen bis zum Ende viel Abwechslung mit. Sowohl lokaler als auch Online-Koop funktionieren im Test zuverlässig, und dank weltweiten Freunde-Pass kann eine zweite Person kostenlos das gesamte Spiel mitspielen, vorausgesetzt sie hat eine Online-Mitgliedschsft für Nintendo.
Spielerisch erreicht Orbitals nicht ganz die Tiefe eines It Takes Two oder Split Fiction. Während die Präsentation mit optischer Politur zu überzeugen weiß, überrascht die Steuerung stellenweise mit unpräzisem Handling. Einige Jump-and-Run-Passagen fühlen sich 'janky' an. Wenn nicht mehr klar ist wie genau ein Sprung gelungen ist und warum der Charakter an einigen Kanten schwimmt, bleibt der Frust nicht weit. Das kam in der zweiten Hälfte öfter vor. Ich hatte das Gefühl, damit soll vor allem Druck und Spannung erzeugt werden, so richtig klappt das in diesem Kontext aber nicht. Trotzdem hält die audiovisuelle Präsentation gekonnt dagegen: Der detailreiche Retro-Anime-Look, die liebevollen Animationen, der synthlastige Soundtrack sowie das starke Intro von Mami Ayukawa machen Orbitals zu einem der eigenständigsten Koop-Spiele der letzten Zeit.
Orbitals ist vielleicht kein Koop-Überflieger, aber ein ausgesprochen charmantes und außergewöhnliches Abenteuer. Die