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ESA-Mission BepiColombo: Die monatelange Ankunft am Merkur hat begonnen
Mit BepiColombo fliegen ein europäischer und ein japanischer Orbiter zum Merkur. Jetzt haben beide die komplizierte und langwierige Ankunft begonnen.
Darstellung der Abtrennung des Transfermoduls von den beiden Orbitern
Die europäisch-japanische Merkurmission BepiColombo hat erfolgreich mit der langwierigen Ankunft am innersten Planeten des Sonnensystems begonnen. Das hat die Europäische Weltraumagentur ESA mitgeteilt, nachdem die beiden Sonden der Mission am Donnerstag erfolgreich von ihrem Transfermodul getrennt wurden.
Der Mercury Planetary Orbiter (MPO) der ESA und der Mercury Magnetospheric Orbiter (Mio) der japanischen Weltraumagentur JAXA sind noch miteinander verbunden und nähern sich nun gemeinsam dem Merkur. Nachdem sie von dessen Gravitation eingefangen wurden, sollen sie im Dezember voneinander getrennt werden und in unterschiedliche Orbits eintreten. Der wissenschaftliche Teil der Mission soll im April beginnen.
BepiColombo wurde im Oktober 2018 gestartet. Die beiden Sonden sollen die Oberfläche und das Magnetfeld des sonnennächsten Planeten untersuchen. Das europäisch-japanische Gemeinschaftsprojekt mit Gesamtkosten von rund zwei Milliarden Euro soll dazu beitragen, die Ursprünge des Sonnensystems zu verstehen. Die Vorbereitungen der Mission haben fast 20 Jahre gebraucht. Grund sind nicht nur die unwirtlichen Bedingungen am Merkur in der Nähe der Sonne. Die Reise ist auch bei einwandfrei funktionierender Technik extrem kompliziert, weil für den Flug mehr Energie nötig ist als etwa zum viel weiter entfernten Pluto.
Während des Flugs zum Forschungsziel der Sonde waren 2024 Probleme mit dem Antrieb aufgetreten, die Solarpaneele des Transfermoduls lieferten nicht mehr genug Strom für die Triebwerke. Zwar konnte der Schub des Ionenantriebs wieder auf 90 Prozent seiner Leistungsfähigkeit gesteigert werden, aber für die ursprünglich vorgesehene Route zum Merkur reichte das nicht aus. Deshalb wurde die geplante Ankunft um ein Jahr nach hinten verschoben, jetzt konnte sie aber beginnen. Am 21. November sollen die beiden Sonden nun von der Gravitation des kleinen Planeten eingefangen werden, am 9. oder 10. Dezember sollen sie sich trennen. Seine finale Umlaufbahn soll Europas MPO am 10. März erreichen.
Merkur ist der am wenigsten erforschte Gesteinsplanet des Sonnensystems. Das liegt hauptsächlich daran, dass es so schwer ist, eine Sonde dorthin zu bekommen, erklärt die ESA. Als sich BepiColombo auf ihrem Flug zu dem Planeten der Sonne immer weiter angenähert hat, wurde die Sonde von dem Stern immer weiter beschleunigt. Damit wäre sie normalerweise viel zu schnell gewesen, um von der Gravitation des kleinen Himmelskörpers eingefangen zu werden. Deshalb hat sie mehrere Vorbeiflüge am Merkur absolviert, die ihr dabei geholfen haben, Energie und Geschwindigkeit zu verlieren. Die Triebwerke allein haben dafür nicht ausgereicht. Vor den beiden Sonden von BepiColombo hat lediglich Messenger von der NASA den innersten Planeten aus einer Umlaufbahn heraus erforscht.
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