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Frankreich und Südkorea wollen eine Milliarde Euro in die Filmbranche investieren
Präsidenten Macron und Lee im Skulpturenpark der Fondation Maeght: KI-Möglichkeiten nutzen, »ohne unsere Vorstellungskraft zu vereinheitlichen«
Frankreich und Südkorea wollen die internationale Film- und Medienbranche mit einer gemeinsamen Investition von einer Milliarde Euro über fünf Jahre unterstützen. Das kündigte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zum Auftakt des ersten internationalen »Sommet Lumière« zur Zukunft des Kinos und der Bewegtbilder in Saint-Paul-de-Vence in Südfrankreich an.
Der eintägige Gipfel soll angesichts des rasanten technologischen Wandels über die Zukunft der Branche beraten. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Folgen der künstlichen Intelligenz, die wachsende Macht von Streamingplattformen, die Finanzierung von Film und Kultur sowie die Frage, wie Werke künftig ihr Publikum erreichen. »Wir müssen wieder die Kontrolle über diese großen technologischen Veränderungen gewinnen«, sagte Macron.
Es bedürfe eines neuen Multilateralismus, um die durch rückläufige Kinobesucherzahlen geschwächte Filmkunst zu unterstützen, so Macron. In einer vor dem Gipfel veröffentlichten Mitteilung betonte der französische Präsident, dass die KI Grenzen verschiebe. Das Ziel aber müsse sein, dass »diese Revolution neue Möglichkeiten eröffnet, ohne unsere Vorstellungskräfte zu vereinheitlichen«.
Frankreich und Südkorea wollen jeweils 500 Millionen Euro beisteuern. Macron rief weitere Länder und internationale Partner auf, sich finanziell anzuschließen. Das Geld soll die Film- und Medienbranche stärken und zur kulturellen Souveränität beitragen. Wie aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen verlautete, kommt der 500-Millionen-Euro-Anteil von Frankreich aus bereits existierenden Krediten, die von Frankreichs staatlicher Investitionsbank (BPI) gewährt wurden. Die restliche Hälfte der Fördersumme kommt demnach aus Südkorea, das den Lumière-Gipfel mitausrichtet und dort von Präsident Lee Jae-myung vertreten wird.
Macron kündigte zudem Initiativen zum Schutz des audiovisuellen Erbes, zur Förderung von Medien- und Bildkompetenz sowie zur Unterstützung unabhängiger Kinos an. Zudem soll ein internationales Festival für Videospiele entstehen.
Schauspieler Clooney mit Südkoreas Kulturminister Chae und dessen französischer Amtskollegin Pegard, sowie den Präsidenten Lee und Macron
An dem Gipfel nehmen aus etwa 55 Ländern rund 200 Vertreter der internationalen Filmbranche und audiovisueller Medien teil, darunter auch Vertreter von Hollywoodstudios. Auch US-Schauspieler und -Filmemacher George Clooney reiste an. Aus Deutschland wurden unter anderem Peter Dinges von der Filmförderungsanstalt, Christian Bräuer vom internationalen Verband der Filmkunsttheater und Berlinale-Direktorin Tricia Tuttle erwartet.
Der Gipfel findet im Jahr des 130. Jubiläums der Entstehung des Kinos und des 140. Jahrestags der diplomatischen Beziehungen zwischen Frankreich und Südkorea statt. Der Name des Gipfels bezieht sich auf die Brüder Auguste und Louis Lumière. Die beiden Franzosen gelten als Erfinder des Films. Austragungsort ist die Fondation Maeght, ein privates Museum, das ein Kunst sammelndes Paar 1964 stiftete.