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Shovelware & Asset Flips: Sony geht gegen Müllspiele im PlayStation Store vor
Sony hat strengere Richtlinien für den PlayStation Store eingeführt, die die Flut von Billig-Spielen mit Müllqualität eindämmen sollen. Ihre Umsetzung zeigt, dass es dem Unternehmen ernst ist: Shovelware und Asset Flips sollen von der Plattform verschwinden.
Ein Beleg für die strikte Umsetzung von Regeln ist ein Statement von Afil Games, einem brasilianischen Entwickler, der aktuell gut 128 Spiele im PlayStation-Store veröffentlicht hat. Die Titel wie Cute Bonfire, Collie Call oder Chico's Delivery suggerieren zwar unterschiedliche Konzepte und Mechaniken, sehen bei näherer Betrachtung aber sehr ähnlich aus. Ihr Unterhaltungswert dürfte naturgemäß begrenzt sein, dafür lassen sich Trophäen leicht verdienen. Darin liegt ihr primärer Reiz.
Auf X bestätigte Afil Games, dass Sony aufgrund strengerer Richtlinien „und ihrer Unvereinbarkeit mit unserem Geschäftsmodell“ die Partnerschaft mit dem Studio beendet habe. Es sei dem Studio nicht möglich, weitere Spiele zu veröffentlichen, bereits veröffentlichte würden in näherer Zukunft entfernt. Künftige Titel werden ausschließlich im Microsoft- und Xbox-Store sowie auf der Nintendo Switch erscheinen.
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Bereits zu Jahresbeginn hatte Sony die ersten Spiele, insgesamt mehrere Tausend, aus dem PlayStation-Store entfernt. Schrottspiele sind für Plattformbetreiber ein erhebliches Problem. Sie verdienen zwar mit an ihrem Verkauf, gleichzeitig sägen sie am Image der Plattform. Und das ist wichtig: Kunden werden hochwertige Spiele versprochen, Entwicklern eine gewisse Sichtbarkeit. Die ist im Zeitalter des Self-Publishing ohnehin schon eingeschränkt, sodass selbst gute Spiele in der Flut von Neuerscheinungen leicht untergehen können.
Schrottspiele verschärfen diese Problematik zusätzlich und sind deshalb etwas, das bestenfalls geduldet wird. Wohlgemerkt geht es dabei nicht einfach um „normale“ schlechte Spiele, die wie Minds Eye unter ihrer Umsetzung oder wie das King-Kong-Spiel von 2023 unter schlechten Produktionsbedingungen leiden. Gemeint sind Spiele, die mit minimalem Aufwand, teils oder weitgehend mit vorgefertigten Bausteinen aus Engine-Marktplätzen, und seichtem Gameplay erstellt werden. Sony ist damit nicht allein. Valve hatte schon vor Jahren eine Regel gegen „Trolling“ eingeführt, die seither als Gummiparagraph gegen Spiele genutzt wird, die gar nicht den Anspruch haben, gut zu sein, um so zumindest die gröbsten Auswüchse des Phänomens in den Griff zu bekommen.