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Marktbericht: Ölpreis steigt erstmals seit Juli über 100 Dollar
Der Ölpreis ist am Morgen wegen der weiteren militärischen Eskalation am Persischen Golf auf mehr als 100 Dollar pro Barrel gestiegen. Grund ist die Sorge vor Lieferunterbrechungen aus dem Nahen Osten.
Der Preis für Rohöl ist zuletzt wieder deutlich gestiegen und hat am Morgen sogar die Marke von 100 Dollar pro Fass übersprungen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich zwischenzeitlich um 2,2 Prozent auf 100,07 Dollar, anschließend fiel der Preis wieder leicht unter 100 Dollar. Die US-Sorte WTI legte um 1,8 Prozent auf 94,73 Dollar zu.
Der erneute Sprung der Ölpreise über die 100-Dollar-Marke deutete sich bereits seit Beginn der Woche an, denn die Angriffe zwischen den USA und Iran haben zuletzt wieder zugenommen. Nun sind sie in der Nacht weiter eskaliert: Das US-Militär zerstörte nach eigenen Angaben als Vergeltung für Teherans Angriffe auf ein US-Kriegsschiff fünf iranische Rohöltanker und versenkte einen davon.
Irans Revolutionsgarden reagierten darauf nach eigener Darstellung umgehend mit "schweren Raketenangriffen" auf das mit den USA verbündete Königreich Jordanien. Laut der staatlichen jordanischen Nachrichtenagentur Petra fing die Armee 20 ballistische Raketen ab. Zudem griffen die Revolutionsgarden nach eigenen Angaben erneut mehrere Schiffe in der Region der Straße von Hormus an.
Mit Angriffen auf Ölanlagen Saudi-Arabiens verschärft die Huthi-Miliz den Konflikt mit dem Nachbarland.
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Bereits in den vergangenen Tagen hatte es immer wieder gegenseitige Angriffe auf Öltanker gegeben. Anfang der Woche hatten Angriffe der mit Iran verbündeten Huthi-Miliz sogar Energieanlagen in Saudi-Arabien getroffen. Damit schwindet die Hoffnung auf eine dauerhafte Lösung des seit sechs Monaten andauernden Krieges zwischen den USA und dem Iran weiter.
Anleger befürchten angesichts der eskalierenden Angriffe nun weitere Störungen der Öllieferungen aus der Region. Denn die Straße von Hormus zwischen Iran und Oman - mittlerweile bekannt als Schauplatz des aktuellen Kriegsgeschehens - ist eigentlich eine wichtige Lebensader der Weltwirtschaft. Sie ist die einzige Verbindung des Persischen Golfs mit den Weltmeeren und vor allem für Energietransporte bedeutsam.
Die am Golf von Persien liegenden Ölförderländer - neben Iran sind das Saudi-Arabien, Irak, Kuwait, Katar, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate - exportierten vor dem Krieg nahezu ihre gesamten Öllieferungen durch die Meerenge. Damit passierten rund ein Fünftel der weltweiten Öltransporte täglich die Wasserstraße.
Es gibt zwar seit Kriegsbeginn immer wieder Maßnahmen, Öllieferungen um die Straße von Hormus herumzuleiten - etwa über Pipelines und Lkw-Transporte. Doch das reicht Analysten zufolge nicht, um die Exporte zu den Weltmärkten aufrechtzuerhalten.
Zumal offenbar auch China seine Nachfrage nach Öl aus dem Nahen Osten wieder deutlich erhöht habe, wie die Financial Times berichtet. Zu Beginn des Krieges, als die Preise stark anstiegen, reduzierten chinesische Käufer ihre Einkäufe um ein Drittel und schöpften stattdessen ihre Reserven, sagte June Goh, Analystin bei Sparta Commodities der Zeitung. Da der Bedarf aber nicht nur aus russischem und iranischem Öl gedeckt werden könne, kaufe China nun wieder verstärkt saudisches Öl.