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heise+ | Avatar: Fire and Ash im Heimkino-Test: Das Kino erstickt in Hyperkontrolle
Schauspieler liefern nur noch Rohdaten, der Computer kontrolliert jede Regung. Unser Test klärt, wie James Cameron dem Kino die Luft abdreht.
James Cameron gilt als technischer Magier des Kinos. Mit jedem Film treibt er die Technik weiter und sorgt für klingelnde Kassen. 2009 verwandelte er die rund 240 Millionen US-Dollar Produktionskosten des ersten Avatar mit 3D-Spektakel in mehr als zehnmal so hohe Kinoeinnahmen. Bei der 2022 mit etwa doppelt so hohem Budget veröffentlichten Fortsetzung The Way of Water war der Umsatz immerhin noch rund fünfmal so groß. Die Technik war besser geworden, der Staunfaktor hatte sich jedoch bereits abgenutzt.
Ob Blockbuster oder Klassiker: Jenseits der Streaming-Dienste blüht das Geschäft mit hochwertigen Film-Restaurationen, die in 4K auf UHD Blu-rays veröffentlicht werden. Woche für Woche testen wir die interessantesten Discs, decken Hintergründe zur Produktion und inhaltliche Besonderheiten auf und vergleichen die Bild- und Tonqualität der Discs und Streams.
Der nun fürs Heimkino erschienene dritte Teil Fire and Ash hat weltweit „nur“ noch das Drei- bis Vierfache seiner Produktionskosten eingespielt und die bislang schwächste Durchschnittswertung der Reihe eingefahren. Je aufwendiger und umfassender die Technik, desto mehr schwindet offenbar das Zuschauerinteresse. Mehr noch: Fire and Ash hat mit Sigourney Weaver und Kate Winslet erneut hochkarätige Schauspielerinnen an Bord. Doch sie dürfen, wie ein Großteil des Ensembles, vor allem Mimik- und Bewegungsdaten für eine lückenlose Computerproduktionskette liefern.
In diesem Test geht es daher nicht nur um die Frage, ob Fire and Ash als technische Demo taugt. Interessanter ist, warum der Film nicht trotz, sondern gerade wegen seiner alles durchdringenden Digitaltechnik scheitert und sich für den globalen Markt auf erzkonservative Botschaften zurückzieht. Wer sich von über drei Stunden Laufzeit nicht abschrecken lässt und lediglich eine Demo-Disc fürs Heimkino sucht, sollte den technischen Vergleich ab Seite 3 lesen. Dort klären wir die Unterschiede zwischen Ultra HD Blu-ray (UHD), Blu-ray Disc und Stream. Denn für Kinofreunde bringt nicht unbedingt der Film selbst die spannendsten Inhalte mit, sondern das Material darüber, wie diese hyperkontrollierte Bildermaschine gebaut wurde.
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