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Google-Suche in der EU: Vorgaben sollen Qualität von Ergebnissen deutlich senken
Um die Vorgaben des EU-Gesetzes über digitale Märkte (DMA) einzuhalten, baut Google seine Suchmaschine umfassend um und will damit weiteren Kartellstrafen entgehen. Der Konzern warnt allerdings davor, dass die Änderungen die Qualität der Google-Suche für Nutzer in Europa deutlich verschlechtern könnten.
Den Ausgangspunkt für Googles Bemühungen, die eigene Suchmaschine mit den Vorgaben der Europäischen Union in Einklang zu bringen, bildet eine Ende Juli dieses Jahres von der Europäischen Kommission wegen Verstößen gegen den Digital Markets Act verhängte Strafe in Höhe von 460 Millionen Euro. Weitere 430 Millionen Euro wurden aufgrund der Bedingungen des Google Play Stores fällig. Konkret ging es dabei um Beschränkungen, die App-Entwickler daran hinderten, Kunden kostenlos auf günstigere Angebote in konkurrierenden App-Stores oder auf externen Websites hinzuweisen. Google erklärte daraufhin, sein Programm für externe Angebote bereits angepasst zu haben. Schon im August des Vorjahres hatte der Konzern Änderungen angekündigt, mit denen Entwickler ihre Kunden leichter zu alternativen Vertriebskanälen weiterleiten und zwischen verschiedenen Gebührenmodellen wählen können sollten.
Nach dem Urteil hatte die Kommission Google 60 Tage Zeit eingeräumt, um die Vorgaben umzusetzen und die beanstandeten Geschäftspraktiken einzustellen. Die Kartellwächter waren seinerzeit zu dem Schluss gekommen, dass der Konzern in den Suchergebnissen zu Shopping, Hotels, Verkehr und Sport die eigenen Dienste gegenüber konkurrierenden Angeboten bevorzugt habe.
Nach Darstellung Googles verfolgt die EU mit den Vorgaben das Ziel, bei der Darstellung verschiedener Anbieter in der Suchmaschine fairere Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Der Konzern bewertet die Auswirkungen erwartungsgemäß anders: Profitieren sollen insbesondere sogenannte vertikale Suchdienste beziehungsweise Preisvergleichsportale für Hotels, Flugreisen und Restaurants wie Expedia oder Booking.com. Mit der neuen Darstellung rücken diese Dienste in den Suchergebnissen vor die eigentlichen Unternehmen, deren Einträge teilweise auf Links zu ihren Internetseiten sowie Telefonnummern und Adressen reduziert werden.
Konkret sieht die neue Darstellung vor, zunächst eine spezialisierte Suchmaschine besonders prominent am oberen Rand der Ergebnisseite zu platzieren. Darunter folgen zwei weitere spezialisierte Anbieter, allerdings mit einem geringeren Informationsumfang. Erst im Anschluss erscheint beispielsweise ein Karussell mit Hotels, Fluggesellschaften oder Restaurants. Zugleich müssen bestimmte bislang verfügbare Funktionen und Informationen aus der Darstellung verschwinden, darunter beispielsweise Echtzeitpreise. Die Entscheidung darüber, welche Anbieter an welcher Position erscheinen, trifft weiterhin der Google-Algorithmus.
Nick Fox, Googles Senior Vice President für Knowledge & Information, übt gegenüber Reuters entsprechend deutliche Kritik an den Änderungen: „Um die Anforderungen des DMA zu erfüllen, nehmen wir erhebliche Änderungen an der Suche in Europa vor“, so Fox. Für europäische Nutzer sollen sich daraus schlechtere Suchergebnisse ergeben, während Online-Vermittler auf Kosten lokaler Unternehmen gestärkt und zugleich hilfreiche Funktionen entfernt würden, „auf die sich die Menschen jeden Tag verlassen“. Außerhalb der EU sollen die Änderungen deshalb nicht umgesetzt werden.
Neben einer sinkenden Qualität der Suchergebnisse warnt Google auch vor wirtschaftlichen Nachteilen für europäische Unternehmen. Bereits frühere Anpassungen an den DMA sollen nach Angaben des Konzerns dazu geführt haben, dass der kostenlose direkte Buchungsverkehr zu entsprechenden Unternehmen um 30 Prozent zurückgegangen ist. Die nun vorgesehenen Änderungen sollen diesen Effekt noch einmal verstärken. Zu diesem Ergebnis will Google eigenen Angaben zufolge bei Tests mit Millionen von Personen in Europa gekommen sein. Dabei habe sich zudem eine hohe Unzufriedenheit unter den Nutzern gezeigt, weil Suchanfragen häu