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Wissenschaft - Das größte Forschungsvorhaben aller Zeiten in der Astronomie ist beendet – doch sein Erbe lebt weiter und rettet in Zukunft Menschenleben
Will jemand dort draußen mit uns zu tun haben? Seti@home versuchte es herauszufinden – mit der Hilfe von Millionen Menschen. Nun kennen wir die Ergebnisse.
(Bildquelle: Adobe Firefly, generative KI).
Am 31. März 2020 verstummte das Weltall. Wo zuvor mehrere Millionen Nutzer parallel nach Aliens horchten, kehrte Stille ein. Seti@home (Search for Extraterrestrial Intelligence at home) stellte den Datenverkehr ein. Bis dahin hatten seit 1999 die Rechner von unzähligen Privatpersonen auf ihre Datenpakete gewartet. Gemeinsam suchte das über den gesamten Globus verteilte Projekt nach Signalen von Außerirdischen.
Was dann folgte, sollte nicht minder spannend ausfallen. Denn jetzt wissen wir endlich, was mit dem erlangten Wissen aus mehr als 20 Jahren Arbeit passieren soll – und ob wir Aliens gefunden haben.
Stellt euch die Idee hinter Seti@home in etwa so vor: Ihr braucht einen Supercomputer, der gewaltige Datenmengen rasch verarbeiten kann. Das kostet aber Unmengen an Geld, denn ihr benötigt seine Leistung über Jahrzehnte. Vor diesem Problem standen in den 1990ern die Schöpfer von Seti@home.
Anstatt einen einzelnen Megacomputer zu nutzen, setzten sie auf den Entdeckergeist der bestehenden Millionen PC-Nutzer. Sie luden sich ein kleines Programm herunter und stellten von da an in Zeiten, in denen sie ihren PC nicht nutzten, seine CPU und später GPU-Kerne für das globale Superhirn zur Verfügung.
Über das Internet verteilte Seti@home die Datenpakete, die im Anschluss bearbeitet zurückkehrten – insgesamt nahmen 5,2 Millionen verschiedene Nutzer an dem sogenannten Citizen-Science-Projekt teil.
Damit gehört es sogar zu den größten Forschungsvorhaben der Geschichte überhaupt. Enger eingegrenzt hält es bis heute die Spitze nach reiner Personenzahl, die aktiv mit eigenen Mitteln (Hardware und Zeit) verteilt über die gesamte Zeitspanne mitgeholfen haben– allen voran für das Feld der Astronomie.
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Im März 2020 war es schließlich so weit: Der Schwarm an Privat-PCs hatte das Werk gemeinsam vollendet. Alle verfügbaren Rohdaten in Form von aufgezeichneten Radiosignalen waren analysiert.
Was genau hat Seti@home überhaupt verarbeitet? Das dem Crowd-Science oder auch Citizen-Science zuzuordnende Projekt hat vereinfacht gesagt niedrigfrequente Strahlung eingesammelt. Weit unterhalb des für den Menschen sichtbaren Lichts verlaufen die Frequenzen, die wir auf Erden beispielsweise auch für die namensgebenden Radiosignale unseres Rundfunks nutzen. Im Weltall senden unterschiedliche Phänomene sie aus. Aber theoretisch könnten auch Alienzivilisationen diese Bänder im elektromagnetischen Spektrum nutzen, um Nachrichten zu übermitteln.Radioteleskope haben gelauscht, die Rohdaten abgespeichert und Seti@home hat sie auf Anomalien, also Abweichungen vom kosmischen Durchschnitt untersucht.