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Umstrittene GTA-6-Werbekampagne von der Stadt Miami genehmigt - aber bitte nur "dezent"
Rockstar Games zahlt mehrere Millionen Dollar, um das Stadtbild mit Vice-City-Logos zu prägen. Die Entscheidung im Stadtrat fiel jedoch denkbar knapp aus.
Die Stadtverwaltung von Miami Beach hat grünes Licht für Verhandlungen mit Rockstar Games über eine neue Marketingkampagne gegeben. Im Gegenzug für Millionenbeträge soll bald Werbung für Grand Theft Auto 6 das Stadtbild der Küstenmetropole prägen.
Die Abstimmung endete denkbar knapp mit 4:3. Zuvor gab es hitzige Diskussionen. Einige äußerten Bedenken wegen der Gewaltdarstellung im Spiel, während andere vor allem die enorme Werbekraft von Rockstars kommendem Mega-Release sahen. Im Rahmen dieser Debatte enthüllte Commissioner Laura Dominguez bereits erste Details des geplanten Deals.
Rockstar soll laut aktuellen Plänen drei Millionen US-Dollar zahlen. Dominguez betonte jedoch, dass die Stadt versuchen werde, eine noch höhere Summe auszuhandeln. Später im Meeting warf Commissioner Tanya Katzoff Bhatt ein, dass Miami Beach wohl eher Vorteile „im Bereich von vier Millionen Dollar“ einstreichen werde. Die Werbung für GTA 6 soll dabei recht „diskret“ ausfallen: Statt des vollen Schriftzugs „Grand Theft Auto“ sollen lediglich die römische Ziffer VI oder das Logo von Vice City auf Strandstühlen und Sonnenschirmen der Boucher Brothers prangen.
In Grand Theft Auto 6 kehren Spieler nach Vice City zurück. Die fiktive Metropole im ebenso fiktiven Bundesstaat Leonida ist stark von Miami und Florida inspiriert, weshalb Rockstar Games gezielt in dieser Region wirbt.
Die Kampagne soll voraussichtlich vom 15. Oktober bis zum Jahresende laufen. Eine Ausnahme bildet das Art-Basel-Event Anfang Dezember – hier bleibt die Werbung außen vor. Außerdem wird Rockstar keine Anzeigen auf städtischem Eigentum platzieren, darunter die ikonischen Wahrzeichen oder die Rettungsschwimmer-Türmchen am Strand.
Dass die Kampagne überhaupt durchgewunken wurde, war keineswegs garantiert. Einige Ausschussmitglieder äußerten deutlichen Unmut über die GTA-Reihe und deren Gewaltdarstellung. Commissioner David Suarez zeigte sogar Videomaterial aus GTA 5 und der kürzlich veröffentlichten Extended Preview auf Netflix. Während eine Verfolgungsjagd mit der Polizei über den Bildschirm flimmerte, stellte er klar: „Ich möchte absolut nicht, dass unsere Marke mit diesem Videospiel in Verbindung gebracht wird. Ich glaube nicht, dass irgendeine Summe der Welt das wert ist.“
Andere hielten dagegen und betonten, wie dringend die Stadt das Geld gebrauchen könnte. Commissioner Bhatt argumentierte: „Das Spiel kommt nach Miami Beach, ob mit oder ohne uns. So zu tun, als wäre das nicht so, ist eine verpasste Chance. [...] Es geht hier um rund vier Millionen Dollar an Vorteilen für die Stadt. Das würde allein das derzeit unfinanzierte Renovierungsprojekt für den Flamingo-Footballplatz decken, der für Familien in der ganzen Stadt enorm wichtig ist.“
Der freie Journalist Francisco Alvarado aus Miami berichtete zudem, dass das mit den Miami Heat verbundene Unternehmen Basketball Properties, das Miami-Dade County und Rockstar Games kurz vor dem Abschluss eines weiteren Deals stehen. Dabei geht es um ein gigantisches GTA-6-Schild auf dem Dach des Kaseya Centers.
Die hitzige Debatte hat längst die Grenzen des Stadtrats verlassen. Rosie Cordero-Stutz, Sheriff des Miami-Dade Countys, äußerte sich kritisch zu der geplanten Promo-Aktion zwischen der Stadt und Grand Theft Auto 6: „Grand Theft Auto ist eine Videospielreihe, die sich rund um kriminelle Machenschaften dreht. Wir müssen uns ernsthaft fragen, welches Signal wir senden, wenn unsere eigene Regierung eine fiktive Identität fördert, in deren Zentrum genau diese Verbrechen stehen.“