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Neue Analyse: Der Merkur ist noch deutlich stärker geschrumpft als angenommen
Im Zuge seiner Abkühlung hat sich der Merkur mehr zusammengezogen als bisher gedacht. Das hat ein Forschungsteam ermittelt, das weitere Korrekturen erwartet.
(Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Arizona State University/Carnegie Institution of Washington)
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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.
Der Merkur ist in den Milliarden Jahren seit seiner Entstehung deutlich stärker geschrumpft als bislang angenommen. Das zumindest hat eine jetzt vorgestellte Analyse ergeben, an der zahlreiche Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt beteiligt waren. Für bisherige Arbeiten seien Oberflächenstrukturen als Spuren des Schrumpfens nicht ausreichend gewürdigt worden, schreibt das Team. Wenn man den Fehler korrigiert, ergebe sich eine Verringerung des Radius um 11,6 km statt der bislang angenommenen 8,3 km. Die Forschungsgruppe geht aber davon aus, dass auch dieser Wert noch zu niedrig sein dürfte und die nötige Korrektur noch größer ausfallen müsste, schreibt die Hokkaido-Universität.
Dass der Merkur im Zuge der Abkühlung nach seiner Entstehung schrumpft, ist seit Jahren bekannt. Auf das Ausmaß kann man aber nur indirekt schließen, primär auf Basis charakteristischer Oberflächenstrukturen, die durch das Schrumpfen entstehen. Anhand von Daten der NASA-Sonde Messenger war so vor 12 Jahren ermittelt worden, dass sich der Radius um bis zu 7 km verkleinert haben dürfte. Bis dahin war man von 0,8 bis 3 km ausgegangen. Das Forschungsteam um Gaku Nishiyama hat in die neue Berechnung nun einfließen lassen, dass auf der rauen Oberfläche des kleinen Planeten viele der Spuren versteckt sind. Besonders deutlich sei das um vergleichsweise junge Einschlagskrater geworden, wo aufgeschleudertes Material die Spuren des Schrumpfens abgedeckt hat.
Die Forschungsgruppe hofft jetzt, dass die Merkurmission BepiColombo bessere Daten und noch deutlichere Hinweise auf das Ausmaß des Schrumpfens liefern wird. Die beiden Sonden haben erst vor wenigen Tagen ihre schwierige Ankunft an dem Planeten begonnen und sollen im Frühjahr mit dessen Erforschung beginnen. Damit könne vor allem die Beschaffenheit der Oberfläche viel feiner gemessen werden. Die jetzt in den Geophysical Research Letters vorgelegte Arbeit könnte zudem auch für die Erforschung des Monds von Bedeutung sein, meinen die Forscher. Dessen Oberfläche ist noch rauer als die des Merkur und könnte deshalb noch mehr Spuren verstecken.
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