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WordPress-Mutterkonzern: Mullenweg nach kurzem Machtkampf wieder CEO von Automattic
WordPress-Gründer Matt Mullenweg ist nach einem turbulenten Machtkampf wieder CEO von Automattic. Zuvor hatte ihn der Verwaltungsrat des WordPress.com-Mutterkonzerns in den bezahlten Urlaub geschickt, Mullenweg akzeptierte seine Entmachtung offenbar nicht und soll das Unternehmen wieder unter seine Kontrolle gebracht haben.
Gegenüber TechCrunch bestätigte ein Unternehmenssprecher am Sonntag, dass Matt Mullenweg wieder als Chairman und CEO von Automattic fungiert und dabei die volle Unterstützung des Verwaltungsrats genießt. „Wer online sucht, kann außerdem sehen, dass viele führende Manager und Automattic-Mitarbeiter ihn ebenfalls unterstützen“, erklärte der Sprecher weiter. Mit dem Verweis auf öffentliche Unterstützung dürften unter anderem Beiträge auf X gemeint sein, die Mullenweg über seinen eigenen Account weiterverbreitet hat.
Hinter dem vor allem als Mutterkonzern von WordPress.com bekannten Unternehmen liegen turbulente Tage. Noch in der vergangenen Woche hatte der Verwaltungsrat von Automattic dafür gestimmt, Mullenweg aus bislang nicht öffentlich bekannt gemachten Gründen in den bezahlten Urlaub zu schicken. Der CEO selbst will von dem Vorhaben erst 50 Minuten vor der Sitzung des Aufsichtsrats erfahren haben, eine Verschiebung soll ihm nicht gewährt worden sein. Laut TechCrunch soll Mullenweg daraufhin Mitgliedern des Verwaltungsrats in Automattics Slack vorgeworfen haben, sich gegen ihn „verschworen“ zu haben.
Am vergangenen Mittwoch bestätigte Automattic zunächst die Suspendierung Mullenwegs vom Tagesgeschäft. Dieser befinde sich „derzeit im Urlaub“, während Finanzchef Mark Davies als Interims-CEO die Leitung des Unternehmens übernehmen werde. Davies genieße dabei das „volle Vertrauen“ des Verwaltungsrats. Die geplante Entfernung Mullenwegs verlief allerdings keineswegs so reibungslos, wie es sich der Verwaltungsrat offenbar vorgestellt hatte. Mehrere Quellen berichteten TechCrunch, dass sich Mullenweg geweigert habe, tatsächlich abzutreten. Stattdessen entzog er anderen Administratoren ihre Rechte im unternehmensinternen Slack und erklärte den Mitarbeitern, die Angelegenheit sei geklärt und Automattic stehe wieder unter seiner Kontrolle. „Ich bin jetzt ein Pirat“, soll er den Mitarbeitern daraufhin über Slack mitgeteilt haben. An anderer Stelle soll er geschrieben haben: „Falls das ein Personalproblem ist, holt mich bitte wieder ein, denn diejenigen, die mich normalerweise im Zaum halten, sind bei Mark Davies“.
Auf Nachfrage von TechCrunch, ob seine Aussagen über die Rückkehr als CEO tatsächlich ernst gemeint seien, kündigte Mullenweg zunächst einen Blogbeitrag an. Darin ging es allerdings lediglich um den Kauf eines Hausboots. Auf die anschließende Frage, ob er mit seinen Aussagen über seine Rückkehr lediglich provozieren wolle, antwortete er: „Ich bin kein Troll, ich bin offensichtlich ein Pirat“. Eine formelle persönliche Erklärung zu seiner Rückkehr an die Spitze von Automattic veröffentlichte Mullenweg zunächst nicht. Auf X deutete er jedoch an, dass es sich vermutlich bereits um den fünften „Putschversuch“ gegen ihn gehandelt habe.
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Unklarheit herrscht zudem über die Zusammensetzung des Verwaltungsrats. Automattic reagierte am Freitag weder auf wiederholte Anfragen von TechCrunch noch äußerte sich das Unternehmen zunächst zu Informationen, wonach Verwaltungsratsmitglied Toni Schneider zurückgetreten sein soll. Schneider war Gründungs-CEO von Automattic, leitet inzwischen aber Bluesky. Auch er ließ entsprechende Anfragen unbeantwortet. TechCrunch zufolge könnte sich die Zusammensetzung des Verwaltungsrats weiterhin im Umbruch befinden.
Nach den turbulenten Tagen bleiben damit vor allem drei Fragen offen: Aus welchen Gründen der Verwaltungsrat Mullenweg ursprünglich entmachten wollte, wie dieser seine Position zurückerlangte u