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Apple blockt russische Messenger – Russland rät Bürgern zu Android
VKontakte, Max und weitere Apps sind für iOS-Nutzer nicht mehr verfügbar. Der Kreml rät seinen Bürgern zum Betriebssystem-Wechsel.
Weil Apple jetzt wichtige russische Social-Media-Apps und Messenger in iOS blockiert, empfiehlt Russlands Regierung, auf Android umzusteigen. Seit Kurzem sind unter anderem die russische Social-Media-App VKontakte (VK) und Russlands staatlicher Messenger Max nicht mehr im App Store verfügbar.
Wie das gleichnamige Unternehmen hinter VK mitteilt, sind VKontakte und andere Apps des Unternehmens seit dieser Woche nicht mehr im App Store verfügbar, berichtet die Moscow Times. Apple schneide damit Millionen von Nutzern von dem beliebten Dienst ab, kritisiert VK. Wer die Apps schon auf seinen Apple-Geräten installiert hat, könne diese zwar weiter nutzen, erhalte aber keine Push-Nachrichten mehr. Gründe für den Schritt nennt Apple nicht. VK-Chef Vladimir Kiriyenko ist der Sohn des Kreml-Beraters Sergei Kiriyenko. Gegen zweiteren haben sowohl die EU, Großbritannien als auch die USA Sanktionen verhängt. Womöglich rührten daher Apples jüngste Blocking-Bemühungen.
Mit dieser Begründung ging Apple Anfang Juni bereits genau so gegen Russlands staatlichen Messenger Max vor, der ebenfalls zu VK gehört. Gegenüber der BBC verwies Apple hier auf die Einhaltung von Sanktionen, die damit gewährleistet werden soll. Um welche Sanktionen es genau geht, sagte Apple nicht. Max ist die von der russischen Regierung forcierte Alternative zu WhatsApp, das von Max abgelöst werden soll. Der staatliche Messenger muss mittlerweile auf allen in Russland verkauften Smartphones vorinstalliert sein, derweil ist der Zugriff auf WhatsApp und Telegram massiv eingeschränkt. In Russland befürchten viele, über Max ausgespäht zu werden. Immer wieder kommen in Max auch versteckte Funktionen zur weitreichenden Überwachung ans Licht.
Über Telegram äußerte sich auch Kreml-Sprecher Dmitry Peskov zum Apple-Aus für Max und VK-Apps. Die Regierung wolle nun mit Apple Kontakt aufnehmen, um die Hintergründe zu klären. Apples Entscheidung, die betroffenen Apps zu blockieren, bezeichnete Peskov als „seltsam“. Nach dem Austausch mit Apple wolle die Regierung entscheiden, ob sie mit Apple „weiter zusammenarbeiten wolle“. Sein Rat an die Nutzer indes: „Wechseln sie zu Android“.
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