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Lars Eidinger: Schauspieler hat in seinem Leben offenbar nur zwei Serien geschaut – und beide abgebrochen
Schauspieler Eidinger bei der »City Of Blood«-Premiere: »In meinem ganzen Leben zwei Serien angefangen zu schauen«
Unheil droht, sobald der Dealer die Finger nicht mehr vom eigenen Stoff lassen kann. So lernt man es in Dutzenden Hochglanzserien. Lars Eidinger, 50, behauptet von sich, in diese Falle nicht getappt zu sein. »Ich habe in meinem ganzen Leben zwei Serien angefangen zu schauen«, behauptet der Schauspieler gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. »Im ersten Coronalockdown habe ich ›Breaking Bad‹ geschaut, und dann habe ich irgendwann mit meiner Tochter ›Stranger Things‹ geschaut.« Beide Serien habe er aber abgebrochen und nie zu Ende gesehen.
Der Berliner selbst versorgt den deutschen Markt derzeit jedoch recht gut mit Serienstoff, der Konsumenten in die vertraute Versuchung bringt, noch eine allerletzte Folge zu schauen, bevor man aber wirklich ins Bett geht. Aktuell spielt er in der fünften Staffel von »Babylon Berlin« den egomanischen Unternehmer Alfred Nyssen. Wer der Serie auch in ihrer finalen Staffel bis zur letzten Minute in den Untergang der Weimarer Republik folgt, wird insgesamt ungefähr 48 Folgen à etwa 45 Minuten konsumiert haben.
Nun weiß man nicht, wie weit Eidinger, der besonders als Theaterschauspieler bekannt wurde , seine einzigen zwei Serien geschaut hat, aber zum Vergleich: »Breaking Bad« zählt sogar 62 Folgen à etwa 48 Minuten. »Stranger Things« kommt auf 42 Folgen, deren Dauer von etwa 45 Minuten bis zwei Stunden variiert. Man darf davon ausgehen, dass viele Menschen anders als Eidinger nicht abschalten wollten oder konnten.
Immerhin trägt Eidinger offenbar auch zum besten Gegenmittel gegen die Seriensucht bei: schlechte Ware. Seit heute ist er in der Vampirserie »City of Blood« (Disney+) zu sehen. »Die Deutschen können einfach keine guten Serien machen« , lautet die Zeile der SPIEGEL-Rezension.
Die Dystopie spielt in einer Zukunft, in der in Berlin wegen des Klimawandels unerträgliche Hitze herrscht. Eidinger spielt den exzentrischen Vampir Zeno, dessen Familie das organisierte Verbrechen in der Hauptstadt kontrolliert. Zwar basiere die Serie auf einer »großartigen Comicreihe«, aber die Leute hinter dem Projekt würden »Themen der Gegenwart« wollen, schreibt Oliver Kaever darin. »Es ist zum Heulen.« Oder zum Ausschalten.
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