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Zinserhöhung der US-Notenbank - ein Signal an Donald Trump?
US-Präsident Trump möchte niedrigere Zinsen. Doch die Notenbank Federal Reserve hat den Leitzins erhöht. Was sagt die Entscheidung über die Unabhängigkeit von Fed-Chef Warsh?
Kevin Warsh hat am Mittwochabend eine klare Botschaft gesendet. "Unsere heutige Entscheidung war die richtige", sagte der neue Chef der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) nach der Sitzung. Die Inflation sei zu hoch und das schon zu lange. Deshalb hob die Fed den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent an.
Das allein war keine Überraschung. Die Finanzmärkte hatten mit der Erhöhung gerechnet. Bemerkenswert ist vielmehr, wer diese Entscheidung getroffen hat: Kevin Warsh, den Trump selbst an die Spitze der Fed gesetzt hatte und von dem sich der Präsident eine deutlich lockerere Geldpolitik erhofft hatte.
"Die Zinsentscheidung kann als Kampfansage interpretiert werden. Vor allem als Kampfansage für die Durchsetzungsfähigkeit der Fed", sagt Ascan Iredi, Kapitalmarktstratege der Plutos Vermögensverwaltung gegenüber der ARD-Finanzredaktion.
Im Kampf gegen die hartnäckig hohe Inflation hebt die US-Notenbank Fed den Leitzins an.
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Als Trump Warsh Anfang des Jahres zum neuen Fed-Chef ernannte, war damit auch die Hoffnung auf einen Kurswechsel verbunden. Im Mai bestätigte der republikanisch dominierte Senat Trumps Wunschkandidaten. Der US-Präsident hatte dessen Vorgänger Jerome Powell immer wieder wegen dessen Zinspolitik angegriffen. Die Zinsen sind aus Trumps Sicht zu hoch.
Trump machte nach Warshs Amtsantritt keinen Hehl daraus, was er erwartete: Der Leitzins in den USA solle auf ein Prozent oder darunter sinken. Noch am Mittwoch bekräftigte er diese Forderung.
Denn niedrigere Zinsen verbilligen unter anderem Kredite und Hypotheken und können damit die Wirtschaft und den Immobilienmarkt stützen. Die USA haben Schulden in Höhe von 40 Billionen Dollar. "Jeder Zinsanstieg kostet natürlich Geld. Und da hofft man auf Entlastungen", erklärt Andreas Lipkow, Analyst bei CMC Marktes im Gespräch mit der ARD-Finanzredaktion. Zinssenkungen seien jedoch Wunschdenken der Politik.
Die Entscheidung vom Mittwoch passt nicht zu Trumps Vorstellungen. Die Fed erhöhte den Leitzins einstimmig um 0,25 Prozentpunkte. Als Begründung verwies Warsh auf die anhaltend hohe Inflation. Gleichzeitig seien Wirtschaft und Arbeitsmarkt robust genug, um eine weitere Straffung der Geldpolitik zu verkraften.
"Ich glaube, Warsh ist ein Falke. Er war immer ein Falke und er setzt jetzt das durch, was am Ende für die Geldwertstabilität wichtig ist", sagt Kapitalmarktstratege Iredi. Mit "Falken" sind in der Finanzwelt Entscheidungsträger in den Notenbanken gemeint, die eine strenge und restriktive Geldpolitik zur Bekämpfung der Inflation bevorzugen.