// SPIEGEL KULTUR — MODA & SOCIETÀ
Barbara Salesch: Trotz Armbruch zum Dreh für neuen Krimi angetreten
TV-Richterin Barbara Salesch hat für einen neuen RTL-Krimi mit ihr als Hauptfigur einiges auf sich genommen. Die 76 Jahre alte Juristin brach sich kurz vor dem Dreh den Ellenbogen – und zog die Produktion des Spielfilms dennoch durch.
»Ich bin kurz vor dem Dreh ganz banal im Garten gestürzt«, berichtet Salesch, die auf einem Hof im ostwestfälischen Petershagen lebt. Dabei sei der Ellenbogen gebrochen, der operiert und auch verschraubt werden musste.
Viel Zeit für Schonprogramm blieb Salesch allerdings nicht: Nur einen Tag nach ihrer Entlassung begann schon der Dreh für den Film »Barbara Salesch – Freier Fall in den Tod«.
Absagen wollte Salesch den Dreh nicht. »Ich bin nun einmal selbstständig, und als Selbstständige handhabt man solche Situationen eben auf diese Weise«, so ihr Credo. Stattdessen passte sie sich den neuen Umständen an. Beim Dreh trug Salesch eine sogenannte Orthese am Arm. Für die TV-Richterin ein ziemlich eigenartiges Accessoire: »Martialisches Teil. Mit einem Haken, den man als Enterhaken hätte einsetzen können.« Das medizinische Hilfsmittel am Arm ist im Film auch zu sehen.
Auch der Plot musste sich in Teilen dem Ellenbogen beugen. Einige ursprünglich geplante Szenen waren nicht mit der Verletzung kompatibel. Eigentlich sollte Salesch zum Beispiel etwas unter dem Schreibtisch machen – aber mit der Orthese am Arm ging das nicht. »In einer der neuen Szenen fällt mir dann eben alles aus der Hand, und ich sorge auch sonst für Unordnung.«
Auch modisch waren Anpassungen notwendig – denn die Richterrobe ließ sich nicht wie üblich anziehen. »In den rechten Ärmel kam ich problemlos hinein, aber auf der linken Seite musste ich den Stoff wie der Musketier D'Artagnan locker über die Schulter werfen«, berichtete Salesch, durchaus vergnügt.
Zusammengehalten wurde das Ganze vorn mit einer Kette, weshalb die Robe während der Verhandlung offenstand. Doch Salesch kennt die Vorschriften genau. »Im Gesetz steht nur, dass man mit einer Robe verhandeln muss – aber nicht, dass diese zwingend geschlossen sein muss«, betonte sie.