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Italien erwägt Marinemission im Roten Meer zum Schutz von Frachtern
Die Huthi-Miliz kontrolliert die Meerenge Bab al-Mandab im Roten Meer weitgehend. Ohne auf die EU zu warten, will Italien dort Schiffe mit der eigenen Marine schützen. Die Ankündigung dürfte vor allem ein Signal in Richtung Brüssel sein.
Angesichts der sich zuspitzenden Lage in der Meerenge Bab al-Mandab hat Italien angekündigt, die Durchfahrt italienischer Schiffe mit Hilfe der Marine zu gewährleisten. Das Land wolle dabei nicht auf eine gemeinsame Entscheidung der EU warten, teilte der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto mit.
"Wir verfügen über die Fähigkeiten, die Durchfahrt zu schützen", so Crosetto. Wenn die Seeroute nicht befahren werden könne, habe das erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen. "Wir dürfen nicht zulassen, dass bürokratische Entscheidungsverzögerungen eine ohnehin schon komplexe Situation verschärfen", so der Verteidigungsminister weiter.
Die von Iran unterstützte Huthi-Miliz hat alle Inseln in der wichtigen Meerenge Bab al-Mandab eingenommen.
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Seit 2024 ist die EU mit der Mission "Eunavfor Aspides" im Roten Meer tätig - eine defensive Operation zur Sicherung der freien Schifffahrt. Nun habe man beschlossen, nicht länger auf die Abstimmungen dieser EU-Mission zu warten, so Crosetto. Eine italienische Fregatte ist bereits vor Ort, offiziell unter EU-Mandat. Die Regierung in Rom will nun prüfen, ob das Parlament die Einsatzregeln der Marine neu beschließen müsste.
Die rechtlichen und politischen Hürden für einen Alleingang dürften hoch sein - ein diplomatischer Affront in Richtung Brüssel ist die Ankündigung allemal. Italien könnte dadurch versuchen, die EU schneller zum Handeln zu bewegen. Denn das Land wäre wirtschaftlich tatsächlich stark betroffen, sollten Reedereien das Rote Meer langfristig meiden und Afrika umfahren.
Analyse
15.09.2026
Reeder sorgen sich zunehmend um die freie Seeschifffahrt. Experten raten dazu, sich besser vorzubereiten.
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Die mit Iran verbündete und von Teheran militärisch und finanziell unterstützte Huthi-Miliz hatte in einer Blitzoffensive in der vergangenen Woche die gesamte Westküste des Jemen unter ihre Kontrolle gebracht und strategisch wichtige Inseln erobert. Sie hat damit praktisch uneingeschränkten Zugriff auf die Meerenge Bab al-Mandab.
Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und dem Indischen Ozean. Ähnlich wie die Straße von Hormus hat sie eine große Bedeutung für den Welthandel.