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Milliardenauftrag: Chinas CXMT vereinbart Lieferung von Speicherchips an Tencent
Kurz vor dem geplanten Mega-Börsengang unterzeichnet der chinesische Chipkonzern CXMT einen Deal mit Tencent und baut seine DRAM-Speicher-Produktion massiv aus.
Der chinesische Chiphersteller ChangXin Memory Technologies (CXMT) hat kurz vor seinem mit Spannung erwarteten Börsengang einen langfristigen Liefervertrag mit dem chinesischen Internet-Unternehmen Tencent Holdings im Wert von mehr als 20 Milliarden Yuan (2,58 Milliarden Euro) unterzeichnet. Das berichtete am Montag die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich dabei auf drei mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Dem Bericht zufolge umfasst die Vereinbarung die Lieferung von DRAM-Chips für Server über mehrere Jahre. Zwei der Reuters-Quellen gaben an, der Vertrag laufe über bis zu drei Jahre, während die dritte Quelle von einem Zeitraum von bis zu fünf Jahren sprach. Weitere Einzelheiten des Geschäfts wurden zunächst nicht bekannt.
Das 2016 mit staatlicher Unterstützung gegründete Unternehmen CXMT gilt als führend unter den chinesischen DRAM-Herstellern und als der weltweit viertgrößte DRAM-Hersteller. DRAM (Dynamic Random-Access Memory) ist ein einfacher Speicherbaustein, der als Arbeitsspeicher oder Grafikspeicher verwendet und hauptsächlich in Computern eingesetzt wird, aber auch eine wichtige Komponente für Server ist, die Cloud-Computing und KI-Anwendungen betreiben. Angesichts der weltweiten Engpässe bei Speichern und der daraus resultierenden stark gestiegenen Kosten für Speicherchips versuchen Unternehmen zunehmend, langfristige Lieferverträge abzuschließen.
Zwei der Reuters-Quellen sowie eine weitere Person bestätigten der Nachrichtenagentur, dass CXMT seine Produktionskapazitäten massiv ausbaut, um von der hohen Nachfrage nach Speicherchips zu profitieren. Zusätzlich zu seinem bestehenden Standort in Shanghai, der sich auf die Konfektionierung von HBM-Speichern (High-Bandwidth Memory) konzentriert, hat CXMT demnach mit dem Bau eines neuen DRAM-Werks in Shanghai begonnen. Derzeit betreibt CXMT zwei DRAM-Fertigungsanlagen in Hefei und Peking mit einer Gesamtkapazität von rund 300.000 Wafern pro Monat. Mit dem neuen Werk in Shanghai und weiteren Kapazitätserweiterungen wird CXMT seine Produktion von DRAM-Wafern auf rund 600.000 Stück pro Monat verdoppeln. Dies bestätigten demnach alle drei Reuters-Quellen.
Das Unternehmen steht jedoch vor Herausforderungen. CXMT kann zwar seit mindestens anderthalb Jahren auch konkurrenzfähige DDR5-Bausteine herstellen, verzeichnete laut einer der Quellen aber im ersten Quartal bei seinen DDR5-Speicherprodukten der nächsten Generation niedrige Fertigungsausbeuten. Das sei Ausdruck für den weiterhin bestehenden technologischen Rückstand hinter den südkoreanischen und US-amerikanischen Weltmarktführern, so Reuters.
Der Milliarden-Deal mit Tencent, sollte er sich konkretisieren, fällt in eine entscheidende Phase für CXMT. Im Mai erhielt das Unternehmen von der Börse in Shanghai grünes Licht für einen Börsengang. Zwei weitere Reuters-Quellen berichten, dass CXMT über Tencent hinaus Gespräche mit anderen großen chinesischen Internet-Unternehmen über ähnliche Kooperationen führt. Laut einem Bericht der Financial Times bemüht sich zudem Apple seit Wochen um eine Freigabe der US-Regierung für Einkäufe von CXMT-Speichern. Der chinesische Hersteller steht auf einer schwarzen Liste des US-Verteidigungsministeriums; da er auch das chinesische Militär beliefern soll.
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