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Unionsfraktion: Kein Aufstand gegen Merz - aber großes Grummeln
Nach dem Wahldebakel vom Wochenende hatte Kanzler Merz noch einen schwierigen Termin vor sich: die Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag. Dort erhielt er schließlich vor allem Zuspruch - er müsse nun aber auch liefern.
Eigentlich hätte der Kanzler jetzt in New York sein wollen, bei den Vereinten Nationen. Aber seinen USA-Trip hat er abgesagt, um stattdessen die Scherben aufzukehren nach den für seine Partei schlechten Wahlergebnissen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin am Wochenende.
Dienstagnachmittag, kurz vor 15 Uhr, auf der sogenannten Fraktionsebene im Bundestag. Die Abgeordneten von CDU und CSU kommen zusammen. Angeblich ist die Stimmung vor allem nach der historisch schlecht gelaufenen Wahl in Mecklenburg-Vorpommern: historisch schlecht. In Medien ist von Kanzlerdämmerung die Rede. Auch von einer möglichen Revolution in der Fraktion wird geraunt. Also?
Daniela Ludwig, ehemalige Drogenbeauftragte der Bundesregierung von der CSU, fragt rhetorisch: "Was macht denn Revolution besser?" Und antwortet prompt: "Revolution hat noch nie irgendwas zum Besseren gewendet."
Analyse
21.09.2026
Der Bundeskanzler und CDU-Chef kämpft nach dem erneuten Wahldebakel um sein Amt.
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Der CDU-Abgeordnete Bastian Ernst aus Niedersachsen antwortet (nach dem Kanzler gefragt) wie aus der Pistole geschossen: "Der Kanzler bleibt." Da sehe er gar keinen Zweifel dran. "Aber der Kanzler hat sicherlich auch gemerkt, dass wir etwas verändern müssen. Und darum hat er auch gesagt, dass wir in die Zukunft schauen."
In die Zukunft schauen, etwas verändern. Das hat auch Fraktionschef Thorsten Frei im Sinn. Vor der Sitzung mit dem Kanzler analysiert er: Die Wahlen vom Wochenende seien nicht nur Protestwahlen gewesen. "Sondern dass darüber hinaus auch der Fingerzeig auf bestimmte thematische Leerstellen gegeben worden ist. Damit müssen wir uns beschäftigen, das müssen wir annehmen, und daraus müssen wir auch die entsprechenden Lehren ziehen."
Es gebe einen "enormen Aussprachebedarf" in der Unionsfraktion. Die Message lautet weiter Rückendeckung für Merz.
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Dann vergehen gute zweieinhalb Stunden. Einzelne der rund 200 Abgeordneten melden sich aus der Sitzung und beschreiben eine konstruktive, offene Stimmung. Eine auch selbstkritische Rede des Kanzlers. Und vereinzelt Kritik aus der Fraktion - unter anderem am Kommunikationsstil des Kanzlers.