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Vor dem Start von GTA 6: Rockstar-Mitarbeiter fordern Anerkennung ihrer Gewerkschaft
Britische Entwickler fordern verbindliche Regeln für Crunch und Gehälter. Gleichzeitig geht der juristische Streit um 31 entlassene Kollegen weiter.
Knapp fünf Monate vor der Veröffentlichung von GTA 6 fordern Beschäftigte von Rockstar Games die offizielle Anerkennung ihrer Gewerkschaft. Die Rockstar Game Workers Union ist Teil der Independent Workers’ Union of Great Britain, kurz IWGB, und vertritt nach eigenen Angaben einen bedeutenden Teil der Belegschaften in Edinburgh, Dundee, Leeds, Lincoln und London.
Durch eine freiwillige Anerkennung würde Rockstar die Gewerkschaft als offizielle Vertretung der Beschäftigten akzeptieren. Sie könnte anschließend direkt mit dem Management über Arbeitsbedingungen und kollektive Vereinbarungen verhandeln.
„Rockstar gehört mit seinen Spielen zur Spitze der Branche“, erklärte der leitende QA-Tester Josh Walter. „Wir glauben, dass das Unternehmen auch beim Umgang mit den Menschen, die diese Spiele entwickeln, eine Vorreiterrolle übernehmen kann.“
Die Gewerkschaft organisiert sich nach eigenen Angaben bereits seit 2019. Zugleich erkennt sie an, dass Rockstar die Arbeitsbedingungen inzwischen teilweise verbessert habe. Dazu gehörten Gehaltserhöhungen in bislang nicht gekanntem Umfang sowie erstmals finanzielle Zusatzleistungen für Beschäftigte während intensiver Crunch-Phasen.
Mit der offiziellen Anerkennung sollen diese Verbesserungen jedoch nicht länger allein vom guten Willen des Unternehmens abhängen. Die Beschäftigten fordern mehr Transparenz bei der Bezahlung, fairere Regeln für Überstunden und verlässlichere Möglichkeiten für flexible Arbeit.
„Wenn Menschen mit nicht Gehaltsunterschieden, übermäßigen Überstunden oder fehlender Flexibilität konfrontiert sind, können sie nicht ihre beste Arbeit leisten“, sagte Walter. Die Gewerkschaft wolle deshalb gemeinsam mit dem Management Bedingungen schaffen, von denen sowohl die Beschäftigten als auch die Spiele profitierten.
Sollte Rockstar zustimmen, wäre das Unternehmen nach ZA/UM erst das zweite britische Spielestudio mit einer offiziell anerkannten Gewerkschaft.
Der neue Vorstoß steht in direktem Zusammenhang mit den Entlassungen vom Oktober 2025. Rockstar trennte sich damals von 31 britischen Gewerkschaftsmitgliedern. Die IWGB wirft dem Unternehmen vor, gezielt gegen die gewerkschaftliche Organisation vorgegangen zu sein.
Rockstar weist diesen Vorwurf zurück. Die Beschäftigten seien wegen groben Fehlverhaltens entlassen worden, nachdem sie vertrauliche Informationen über kommende und noch nicht angekündigte Spiele in einem Discord-Kanal verbreitet hätten. Die Gewerkschaft hält dagegen, dass es sich um einen privaten und rechtlich geschützten Kommunikationskanal gehandelt habe.