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ESA erklärt private Minecraft-Server zu Piraterie – Mojang bietet die Software selbst an
Die US-Spielelobby bekämpft ein Gesetz, das verhindern soll, dass gekaufte Online-Spiele nach der Abschaltung ihrer Server unbrauchbar werden.
Private Minecraft-Server sind illegal. Das behauptete Jennifer Gibbons von der Entertainment Software Association am Montag vor einem Ausschuss des kalifornischen Senats. Mojang weiß von diesem Verbot offenbar nichts, denn auf der offiziellen Minecraft-Seite können Spieler die benötigte Server-Software für die Java und Bedrock Edition direkt herunterladen.
Gibbons vertrat die US-amerikanische Spielelobby bei einer Anhörung zum Protect Our Games Act. Der von der Initiative Stop Killing Games unterstützte Gesetzentwurf soll verhindern, dass gekaufte Spiele nach der Abschaltung ihrer Online-Dienste vollständig unbrauchbar werden.
Für Spiele, die ab 2028 erstmals oder erneut veröffentlicht werden, müssten Betreiber das Ende notwendiger Dienste 60 Tage vorher ankündigen. Anschließend könnten sie eine unabhängige Version, einen entsprechenden Patch, eine Rückerstattung, Dokumentationen für Community-Server oder geeignete Server-Software bereitstellen. Private Server wären damit lediglich eine von mehreren Möglichkeiten.
Der kalifornische Abgeordnete Chris Ward verwies während der Anhörung auf Community-Server für Minecraft und Call of Duty. Gibbons widersprach: „Sie sind illegal und in keiner Weise mit Microsoft verbunden.“ Microsoft sei zudem kritisiert worden, weil solche Server nicht dieselben Sicherheitsstandards erfüllten.
Senatorin Caroline Menjivar fragte daraufhin, ob es sich dabei um den „Schwarzmarkt der Videospiele“ handle. Gibbons bestätigte diese Einordnung: „Wir betrachten das tatsächlich als Piraterie.“ Nach ihrer Darstellung liefen derzeit zwei Klagen gegen private Server. Namen oder weitere Einzelheiten nannte sie nicht.
Die von Gibbons angeführten Berichte des US-Handelsbeauftragten beziehen sich allerdings auf konkrete nicht autorisierte Angebote. Darunter befanden sich etwa World-of-Warcraft-Server, über die Spieler Blizzards kostenpflichtiges Abonnement umgehen konnten. Daraus folgt nicht, dass jeder privat betriebene Spielserver illegal ist.
Bei Minecraft ist die Lage besonders eindeutig. Mojang erlaubt das Hosten eigener Server ausdrücklich in der Lizenzvereinbarung, bietet die Software zum Download an und führt sogar ein offizielles Verzeichnis geprüfter Community-Server.
Der Protect Our Games Act erhielt im Ausschuss vier Ja- und drei Nein-Stimmen. Da vier Mitglieder nicht abstimmten, erreichte er dennoch nicht die erforderliche Mehrheit. Eine erneute Beratung wurde zugelassen. Der private Minecraft-Server hat die Anhörung damit vorerst besser überstanden als der Gesetzentwurf.