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Wie eine Brücke ein Dorf belebt
Leere Häuser, wenige Kinder, klamme Kasse: Mörsdorf in Rheinland-Pfalz kämpfte mit Zukunftssorgen. Jetzt kommen Touristen in den Ort - und bringen Trubel, aber auch Geld. Wie das gelungen ist? Mit einer außergewöhnlichen Brücke.
"Mir geht es großartig", sagt Deveny Stultjens und lacht. "Meine Beine zittern und meine Hände sind schwitzig." Die junge Frau aus den Niederlanden hat gemeinsam mit ihrer Mutter die ersten 100 Meter der Hängeseilbrücke Geierlay im Hunsrück gemeistert. Die Brücke verspricht Adrenalin pur: Sie überspannt mit Holzbohlen und einem Geländer aus Stahlseilen ein 360 Meter breites Tal. Wenn es wie heute etwas windig ist, wiegt die Konstruktion leicht nach links und rechts.
"Ich fühle mich richtig stark und mutig, dass ich das heute mache und mich traue", berichtet Jutta Klein. Der Blick nach unten ist eine Mutprobe: Bis zu 100 Meter tief geht es ins Tal, nur Bäume und unten ein kleiner Bach. Tim Bleuel ist mit seiner Familie schon zum zweiten Mal da: "Beim ersten Mal bin ich bei der Hälfte umgedreht. Jetzt wollen wir es bis zum Schluss schaffen."
Im Oktober 2015 wurde die Brücke nahe des 600-Einwohner-Dorfes Mörsdorf eröffnet. Seitdem haben mehr als 3,2 Millionen Menschen die Brücke besucht. Die Attraktion hat der Hunsrückgemeinde einen Platz auf der touristischen Landkarte verschafft und Entwicklungschancen eröffnet, von den andere Dörfer meist nur träumen können.
Die Hängeseilbrücke bei Mörsdorf lockt seit mehr als zehn Jahren Touristen ins Hunsrück.
Vor dem Bau der Brücke kämpfte Mörsdorf mit leerstehenden Häusern, nur noch wenigen Kindern in der ortsansässigen Grundschule, klammer Kasse - kurz: mit Zukunftssorgen.
Bei Gesprächen zur Dorfentwicklung entstand dann eine ungewöhnliche Idee, erzählt Bürgermeister Marcus Kirchhoff. "Industrieansiedlung fiel weg, wir sind zu weit von der Autobahn entfernt. Dann blieb eigentlich nur noch Tourismus und da kam die Idee auf, eine Brücke zu bauen." Anfangs wurden die Mörsdorfer für die Pläne belächelt. Doch der Erfolg gibt den Verantwortlichen recht. Finanziert wurde die Brücke mit staatlichen Fördermitteln und Einnahmen des Dorfes aus der Windkraft.
Der Nervenkitzel auf der Geierlay-Brücke ist kostenlos. Nur die Parkplätze, die nach und nach am Ortsrand der Gemeinde entstanden, sind gebührenpflichtig. Fünf Stunden kosten 15 Euro. Pro Jahr kommen so 700.000 Euro zusammen. Das Geld finanziert den Unterhalt der Brücke und ermöglicht Investitionen in die Zukunft.
Dorfbewohner in Mecklenburg sorgen dafür, dass ihr Laden offen bleibt - getragen von einer Genossenschaft.
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Im Frühjahr hat das Mehrgenerationenhaus Wunderlay seine Türen geöffnet - ein moderner, mehr als sechs Millionen Euro teurer Holzbau, der Kindertagesstätte, Grundschulhort, Küche und vieles mehr vereint. Öffentliche Zuschüsse, die Einnahmen aus Parkplatzgebühren und Windkraft finanzierten den Bau. Das Gebäude ist als Treffpunkt für Jung und Alt gedacht und sieht von oben aus wie ein "Dorf im Dorf": Statt einem großen Gebäude gibt es mehrere kleine Bereiche mit Satteldach, die miteinander verbunden sind.