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AMD bringt mit Zen 6 einen dritten Kerntyp
Kommende Ryzen-Prozessoren könnten besonders stromsparende Low-Power-Kerne erhalten. Die Weichen stellt AMD bereits in Linux.
AMD hat für seine Prozessorgeneration mit Zen-6-Architektur offenbar einen dritten Kerntyp entwickelt: In offiziellen Linux-Patches nennt ein Mitarbeiter besonders stromsparende Low-Power-Kerne. Sie ergänzen die Performance-Kerne (Zen 6) und die normalen Effizienzkerne (Zen 6c).
Laut Linux-Mailing-Liste sind die Low-Power-Kerne „für minimalen Stromverbrauch bei Hintergrund- oder Leerlauf-Workloads ausgelegt“. Weitere Details liefern nur vorherige Gerüchte und Leaks.
Schon im März und April tauchten in der Datenbank vom Vergleichs-Benchmark Geekbench Vorserien-Prozessoren mit der Bezeichnung „Plum-MDS1“ auf. Bei denen soll es sich um Zen-6-Mobilprozessoren für Notebooks alias Medusa Point handeln. Geekbench nennt zehn CPU-Kerne mit 20 Threads. Alte und neue Gerüchte sprechen von vier Zen-6-Kernen, viermal Zen 6c und zwei Low-Power-Typen.
Prozessorvarianten mit mehr CPU-Kernen könnten mit einem zusätzlichen Compute-Die erscheinen. Besagte alte Gerüchte auf X vom Mai 2025 sprachen bereits von bis zu 22 Kernen für Notebooks. AMD dürfte Zen-6-Prozessoren für Desktop-PCs und Notebooks erst im Jahr 2027 vorstellen.
Bei den c-Kernen achtete AMD bisher auf Feature-Parität zu den größeren Performance-Kernen, um die Lastverteilung durch das Betriebssystem (Scheduling) simpel zu halten. So ist der Aufbau mit den internen Einheiten identisch. Allerdings optimieren AMD und der verantwortliche Chipauftragsfertiger TSMC auf niedrigere Taktfrequenzen. Das spart zusammen mit einem kleineren Level-3-Cache auch Chipfläche.
Der Ansatz unterscheidet sich erheblich von Intels Herangehensweise. Die Firma entwickelt grundlegend unterschiedliche Architekturen, was den Aufwand für Scheduler erhöht, aber dafür tiefergehende Optimierungen erlaubt. Auch Intel hat für Mobilgeräte Mobile Performance-, Effizienz- und Low-Power-Kerne. Der Billigprozessor Wildcat Lake (Core 300) lässt die mittlere Klasse weg und kombiniert zwei Performance- mit vier Low-Power-Kernen.
Bei den Low-Power-Kernen soll AMD diesen Ansatz weitertreiben: Angeblich (X-Beitrag) ist bei ihnen auch der Level-2-Cache auf 512 KByte halbiert. Zudem soll der geteilte Level-3-Cache mit 2 MByte für zwei Kerne geradezu winzig sein. Denkbar wären auch schlankere Rechenwerke, vermutlich aber weiterhin mit den gleichen unterstützten Instruktionen.
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