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Berliner SPD will mit Linken und Grünen sondieren
Der Vorstand der Berliner SPD hat sich nach Informationen des rbb zu Sondierungsgesprächen mit Linkspartei und Grünen bereit erklärt. Damit haben nun alle drei Parteien Sondierungen zugestimmt.
Die Berliner SPD wird Sondierungsgespräche mit den Linken und Grünen führen. Das hat der Landesvorstand der SPD nach rbb-Informationen am Samstag beschlossen. Dem Sondierungsteam sollen bis zu fünf Personen angehören, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Darunter seien die beiden Landesvorsitzenden Bettina König und Steffen Krach sowie Derya Caglar für die Fraktion. Hinzu kämen je nach Gesprächsthema bis zu zwei weitere Mitglieder des geschäftsführenden Landesvorstands oder andere Expertinnen und Experten der Partei. Zuvor hatten die Linken am Freitagabend bei einem Sonderparteitag mit großer Mehrheit beschlossen, Sondierungen mit Grünen und SPD aufzunehmen. Die Grünen hatten den Gesprächen bereits unter der Woche zugestimmt.
Die Bundesspitze der Grünen stellte allerdings am Samstag Bedingungen für die Verhandlungen: Die Grünen-Bundesvorsitzende Franziska Brantner sagte dem Magazin "Der Spiegel", dass die Linkspartei in einer rot-grün-roten Regierung nicht das Innen- oder Justizressort führen dürfe. Als Grund nannte Brandtner die Kontakter einzelner Linken-Politiker zu Menschen mit Verbindungen zur organisierten Kriminalität oder Hamas-Unterstützern. Sie bezog sich damit vor allem auf den Bundestagsabgeordneten der Linken, Ferat Kocak, der mit Mitgliedern des Remmo-Clans und dem Terrorunterstützer Ibrahim Ibrahim Kontakt hatte. Brandtner lehnte zudem die Forderung der Linken ab, den Verfassungsschutz und Teile der Polizei wenn möglich durch soziale Arbeit zu ersetzen. Auf SPD-Seite sagte Alt-Bundeskanzler Olaf Scholz, er erwarte bei den Linken während der Koalitionsverhandlungen Kompromisse.
Die Linke war bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am vergangenen Sonntag mit 25,7 Prozent mit Abstand stärkste Kraft geworden. Mit ihrer Spitzenkandidatin Elif Eralp will die Partei erstmals die Regierende Bürgermeisterin stellen. In Berlin steht die Linke unter anderem wegen umstrittener Positionen von Teilen der Partei zum Nahostkonflikt in der Kritik. Die Parteispitze wies Antisemitismusvorwürfe zurück.
Sendung: Fritz vom rbb, 26.09.2026, 20:30 Uhr Audio: Fritz vom rbb, 26.09.2026, Bent-Erik Scholz
Dieses Thema im Programm: rbb | rbb24 Spät | 21:45 Uhr | 26.09.2026