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Labour-Parteitag: Premier Burnham und sein Plan für den Norden
Andy Burnham ist keine 100 Tage im Amt, da steht sein erster Labour-Parteitag als Premierminister an. Er will die Briten für sich gewinnen - auch mit Geld und Einfluss für den Norden.
Die Liste der Themen, die Andy Burnham abarbeiten muss, ist lang: hohe Energiepreise, eine schwächelnde Konjunktur, Migration, Europapolitik, Sicherheitspolitik. Und dann ist da noch der Druck von rechts, wo die Partei Reform UK Erfolge feierte.
Um aber zu verstehen, was Burnham bei all dem antreibt, wie er erfolgreicher sein möchte als sein Vorgänger Keir Starmer, hilft es, in ein Buch zu blicken, das er 2024 mit dem Bürgermeister von Liverpool, Steve Rotheram, veröffentlicht hat.
Großbritannien neuer Premierminister Andy Burnham will vieles anders machen als sein Vorgänger Keir Starmer.
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Die beiden steigen mit der Katastrophe von Hillsborough im Jahr 1989 ein. Damals starben im Hillsborough-Stadion von Sheffield bei einem Pokalspiel zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forest 96 Fußballfans nach einer Massenpanik. Lange mussten die Familienangehörigen kämpfen, damit wenigstens klar wurde, wer für die Tragödie die Schuld trägt. Hillsborough wurde rückblickend ein Ereignis, das aus Sicht der Autoren die Arroganz der Mächtigen illustrierte, wo Behörden und Medien Informationen vertuschten, wo Politik versagte.
Burnham und Rotheram kommen in dem Buch zu dem Schluss: Nicht jedes Leben im Vereinigten Königreich scheint gleich viel wert zu sein. Vielmehr stehe der Umgang der Verantwortlichen mit der Tragödie für den tiefen Graben zwischen dem Norden des Landes und dem fernen London im Süden. Den zu überwinden, sei zu einer Art Leitmotiv von Burnham geworden.
Ein von der Hillsborough-Untersuchungskommission am 26. April 2016 zur Verfügung gestelltes Foto - es zeigt die Leppings-Lane-Tribüne (rechts) im Hillsborough-Stadion in Sheffield, am 15. April 1989.
Jenni Hicks war damals mit ihrem Mann und den beiden Töchtern im Stadion. Sie saß oben auf der Tribüne, die Töchter und der Vater hatten Stehplätze - dort, wo die Panik ausbrach. Von oben konnte sie alles genau beobachten. In ruhigen Worten schildert sie heute, was sie damals fühlte: Es sei ein unheimlicher Moment gewesen. "Das war, als sei die Zeit stehen geblieben. Da ist man in diesem Vakuum der Ungewissheit."
Es dauert Stunden, bis sie herausfindet, wo ihr Mann, wo die Kinder sind. Doch es ist eine schreckliche Gewissheit, die sie erfahren muss. Die beiden Töchter sind tot. Vater Trevor Hicks erinnert sich an die Stunden nach der Katastrophe - an die Polizeibefragung. Er habe eine feindliche Stimmung wahrgenommen.
Sie seien zehnmal gefragt worden, ob sie getrunken hätten. Das war das Bild der Ermittler damals und auch der Politik: betrunkene Fans, die sich gegenseitig zertrampelt hätten. Hicks spricht von einer koordinierten Verschleierung dessen, was passiert war: dass die Polizei falsche Entscheidungen getroffen hatte, immer mehr Fans in einen engen Bereich hineinströmen ließ.