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Umstrittener Marsch in Nordirland - Gegner blockieren Oranier-Parade
Der protestantische Oranier-Orden wollte durch einen katholischen Teil der Stadt Portadown in Nordirland marschieren. Doch Gegner blockieren den Marsch. Es geht um eine Straße, die früher ein Unruhen-Brennpunkt war.
Weder Regen noch die frühen Morgenstunden konnten die Demonstranten davon abhalten, die Garvaghy-Straße zu blockieren. Tausende waren in dem überwiegend katholischen Teil der nordirischen Stadt Portadown zusammengekommen, sogar Nordirlands Regierungschefin Michelle O’Neill.
"Es geht uns darum, auf Frieden und unseren Fortschritt aufzubauen und nicht zuzulassen, dass uns jemand zurückwirft", sagte O’Neill. Ihr Blick sei auf die Zukunft gerichtet. "Aber ich sage Ihnen, was in unserer Gemeinschaft absolut nichts zu suchen hat: ein Marsch, der gegen den Willen dieser Gemeinschaft durchgesetzt wird. Das wird nirgendwo toleriert werden."
Denn kurz zuvor hatten Richter entschieden, dass die umstrittene Parade des protestantischen Oranier-Ordens die besagte Garvaghy-Straße entlangführen darf. Anwohner waren vergebens juristisch dagegen vorgegangen.
Politiker schlagen Alarm: Sie warnen davor, den Messerangriff für politische Zwecke zu instrumentalisieren.
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Ende der 1990er-Jahre war die Straße Schauplatz schwerer Auseinandersetzungen zwischen katholischen, pro-irischen Republikanern und protestantischen, pro-britischen Unionisten gewesen. Die sogenannte Drumcree-Parade entwickelte sich damals zu einem der bekanntesten Konflikte der nordirischen Unruhen.
Aus diesem Grund durfte der Oranier-Orden seit 1998 auch nicht mehr auf der traditionellen Route entlangmarschieren. Doch dieses Jahr erteilte die zuständige Parade-Kommission der protestantischen Organisation erstmals wieder eine Genehmigung.
Unionisten, wie der DUP-Abgeordnete Jonathan Buckley, warfen der irisch-republikanischen Partei Sinn Féin - und damit auch Sinn-Féin-Regierungschefin Michelle O‘Neill - vor, bewusst Panik zu schüren. "Der Oranier-Orden wird sich an das Gesetz halten. Nun ist es an anderen, in hohen politischen Ämtern, ihre Kompetenz in Sachen Recht und Ordnung unter Beweis zu stellen", sagt Buckley.
Auch DUP-Mitglieder und Abgeordnete waren nach Portadown gereist. Der britische Nordirland-Minister Chris Bryant, zuständig für die Beziehungen zwischen London und Nordirland, appellierte an die Politiker beider Seiten, Ruhe zu bewahren:
Viele in Belfast fühlen sich gerade an die "Troubles" erinnert - die Zeiten des Bürgerkriegs.
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