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Jupiter-Raumsonde JUICE fliegt heute Mittag an der Erde vorbei
Die Raumsonde JUICE kommt der Erde heute bis auf 8640 Kilometer nahe und nutzt die Passage nicht nur als Schwungmanöver. Alle zehn wissenschaftlichen Instrumente sind rund um den Vorbeiflug aktiv. Messungen am Erdmagnetfeld und Beobachtungen von Erde und Mond sollen Systeme testen, die später im Jupitersystem präzise arbeiten müssen.
Graz (Österreich). Die europäische Raumsonde JUICE wird der Erde heute gegen 13:45 Uhr MESZ besonders nahe kommen. Über dem Indischen Ozean erreicht sie einen Abstand von rund 8640 Kilometern. Die Erdanziehung soll ihre Flugrichtung um etwa 20 Grad verändern und ihre Geschwindigkeit um ungefähr 3,5 Kilometer pro Sekunde erhöhen. So bringt sich die Sonde ohne großen Treibstoffeinsatz auf den nächsten Abschnitt ihrer langen Reise zum Jupiter.
Der Vorbeiflug ist bereits die nächste Stufe nach dem kombinierten Mond-Erde-Flyby 2024 und der Venuspassage im August 2025. Für die aktuelle Navigation hatte die Europäische Weltraumorganisation (ESA) sechs mögliche Zeitfenster für Kurskorrekturen vorgesehen. Tatsächlich war bis zum Morgen nur eine kleine Korrektur vier Wochen vor dem Flyby nötig. In der Nacht vor der größten Annäherung durchquerte JUICE außerdem mehrere Stunden den Erdschatten und musste dabei allein aus seinen Batterien versorgt werden.
„Bislang war nur ein Manöver vier Wochen vor dem Vorbeiflug nötig. Es war relativ klein, aber äußerst effektiv. Es brachte JUICE in die richtige Position für den Flyby. Unser Flugdynamik-Team hat bei der Vorbereitung hervorragende Arbeit geleistet“, erklärt Angela Dietz, JUICE-Raumsonden-Operationsmanagerin der Europäischen Weltraumorganisation (ESA).
Wie stark solche Vorbeiflüge zugleich als wissenschaftliche Testfelder dienen können, zeigt eine im Juni veröffentlichte Fachstudie zum Submillimetre Wave Instrument (SWI). Forscher der Université de Bordeaux um Thibault Cavalié haben darin die Betriebs- und Kalibrierstrategie des Instruments beim Mond-Erde-Manöver von 2024 ausgewertet. Von 31 vorgesehenen Beobachtungsmodi waren demnach 27 bereits für den wissenschaftlichen Betrieb validiert. Während der damaligen Kampagne gelangen mit SWI 166 erfolgreiche Beobachtungen.
Die Autoren nennen den heutigen Erdvorbeiflug ausdrücklich als nächste Gelegenheit, diese Vorbereitung zu vertiefen. Dabei sollen vor allem Unsicherheiten der beiden Ausrichtungsachsen des Instruments genauer bestimmt und die Abläufe für spätere Vorbeiflüge an Europa, Ganymed und Kallisto weiter erprobt werden. Die Erde ist dafür ein besonders gut bekanntes Beobachtungsziel, an dem sich Kalibrierung und Datenverarbeitung unter realen Flugbedingungen prüfen lassen.
Auch die übrigen Instrumente nutzen die Passage. Nach Angaben der ESA sind alle zehn wissenschaftlichen Messgeräte zwischen dem 23. September und dem 3. Oktober für Beobachtungen von Erde und Mond eingeplant. Die Navigationskamera soll den Horizont des Erdmonds anvisieren und damit eine Methode testen, die später die optische Navigation an den Jupitermonden verbessern soll. Zusätzlich nehmen die beiden Überwachungskameras Bilder des Vorbeiflugs auf.
„Das sind großartige Nachrichten für die Wissenschaft, denn so können wir JUICE in alle möglichen Richtungen drehen, um seine wissenschaftlichen Instrumente auf verschiedene Teile der Erde und des Mondes auszurichten“, sagt Claire Vallat, JUICE-Projektwissenschaftlerin der Europäischen Weltraumorganisation (ESA).
Besonders intensiv wird das Magnetometer J-MAG geprüft. Seine drei Sensoren sitzen an einem 10,5 Meter langen Ausleger und sollen später unter anderem das Magnetfeld von Ganymed sowie Hinweise auf dessen unterirdischen Ozean erfassen. Beim heutigen Vorbeiflug taucht JUICE tief in das Erdmagnetfeld ein. Das Institut für Weltraumforschung (IWF) erwartet dabei Feldstärken von mehr als 3000 Nanotesla, während gewöhnliche Funktionsprüfungen im interplanetaren Raum nur wenige Nanotesla erfassen.
„Das ist um den Faktor Tausend größer als bei den Standardüberprüfungen und ermöglic