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Insta360 lotet Kamerabrillen als neue Produktkategorie aus
Insta360 prüft Kamerabrillen als neue Geräteklasse. Im Fokus soll die unkomplizierte Aufnahme hochwertiger Bilder statt KI-Funktionen stehen.
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Insta360, der weltweite Marktführer für 360-Grad-Kameras mit 73 Prozent Marktanteil, lotet Kamerabrillen aus und entwickelt bereits experimentelle Geräte. Insta360-Mitgründer Max Richter bestätigt in einem Gespräch mit dem US-Tech-Medium The Verge, dass das Unternehmen neben spiegellosen Kameras auch eigene Smart Glasses als mögliche künftige Produktkategorie erprobt.
Insta360 denkt dabei nicht primär an eine KI-Brille nach dem Vorbild der umstrittenen Ray-Ban-Meta-Brillen. Laut Richter ginge es bei einem solchen Produkt vor allem darum, hochwertige Fotos und Videos möglichst unkompliziert aufzunehmen. KI-Assistenz soll dabei nicht im Vordergrund stehen.
Für Insta360 wäre der Schritt in diese Geräteklasse naheliegend: Eine Kamerabrille ermöglicht freihändige Aufnahmen aus der Perspektive des Trägers und könnte Actioncams in vielen Situationen ohne zusätzliche Halterung ergänzen. Zugleich könnte Insta360 sein Know-how bei Bildstabilisierung und automatisierter Nachbearbeitung auf Brillen übertragen.
Mit Blick auf die aktuelle Datenschutzdebatte wäre denkbar, dass Insta360 eine solche Brille weniger wie eine unauffällige Alltagsbrille gestaltet und die Aufnahmefunktion optisch stärker sichtbar macht. Das ist allerdings Spekulation. Von einem konkreten Produkt ist ohnehin noch keine Rede: Richter nennt weder einen Termin noch technische Details. Immerhin deutet ein Patent von Insta360 auf eine Brille mit ausgelagertem Akku hin.
Die Kamerabrillen sind nur ein Teil größerer Expansionspläne. Gründer JK Liu hat bereits zwei spiegellose Kameras in Entwicklung bestätigt. Richter sieht hier eine Marktlücke zwischen Smartphone-Fotografie und professionellen Kameras. Langfristig will sich der Spezialist für 360-Grad-Kameras zu einem führenden Kamerahersteller und womöglich zu einem breiter aufgestellten Tech-Unternehmen entwickeln, sagt Richter.
Zu den jüngeren Kameras des Herstellers zählen die 360-Grad-Actioncam Insta360 X6 sowie die beiden 8K-Gimbal-Kameras Luna Ultra und Luna Pro. Mit der Luna-Serie ist Insta360 dabei erstmals auch in das Segment der kompakten Gimbal-Kameras vorgestoßen.
Insta360 ist vor allem bei 360-Grad-Kameras führend und hat sich inzwischen auch bei kleinen modularen Actioncams stark etabliert. Dort kam der Hersteller im zweiten Quartal 2026 laut IDC auf 43 Prozent Marktanteil. DJI dominiert dagegen Gimbal-Kameras wie die Osmo-Pocket-Reihe und liegt auch bei klassischen Actioncams deutlich vorn. GoPro, einst Synonym für Actioncams, ist hingegen weit zurückgefallen. Die Auslieferungen halbierten sich im zweiten Quartal 2026 laut IDC auf 200.000 Kameras. Bereits im April hatte GoPro Entlassungen angekündigt, Anfang September vereinbarte das Unternehmen eine Mehrheitsübernahme durch das US-Photonikunternehmen Starman Optical.
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