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Cloudflare: KI-Dienste müssen zukünftig für Web-Inhalte zahlen
Fragen landen heute schon eher seltener in einer klassischen Suchmaschine, sondern eher direkt im KI-Tool. Das Ergebnis kommt direkt im Chat, fertig aufbereitet aus Texten, die irgendwo im Netz gecrawlt wurden. Für die Betreiber dieser Websites bedeutet das vor allem eins: Der Klick auf ihre Seite bleibt aus, und mit ihm die Werbeeinnahmen. Cloudflare hat sich dieses Problems nun angenommen und stellt neue Werkzeuge vor, mit denen KI-Anbieter für das Absaugen von Inhalten zahlen sollen.
Im Kern geht es hierbei um ein sogenanntes Monetization Gateway. Statt KI-Crawler von vornherein komplett zu blockieren, können Seitenbetreiber ihnen den Zugriff jetzt gegen Bezahlung erlauben – und zwar automatisiert, für jede einzelne Anfrage, wenn die KI die Inhalte tatsächlich als Quelle heranzieht.
Technisch funktioniert das über das x402-Protokoll, was ziemlich clever gelöst ist: Der Server antwortet auf die Anfrage eines KI-Bots zunächst mit dem Statuscode 402 (Payment Required) und nennt einen Preis. Der Bot bezahlt daraufhin einen meist winzigen Betrag, oft nur Bruchteile eines Cents, per Stablecoin, legt den Zahlungsbeleg vor und bekommt im Gegenzug den gewünschten Inhalt. Eine vorherige Anmeldung oder API-Registrierung braucht es dafür nicht.
Eine weitere Änderung betrifft sogenannte Mixed-Use-Crawler, also Bots, die vorgeben, im Auftrag klassischer Suchmaschinen zu indexieren, dabei aber nebenbei auch Daten fürs KI-Training abgreifen. Ab dem 15. September 2026 blockiert Cloudflare solche Crawler standardmäßig. Damit müssen Webmaster künftig nicht mehr zwischen guter Sichtbarkeit bei Google und Co. und dem Schutz vor KI-Scraping entscheiden, wenn sie auf Cloudflare setzen.
Vor allem für kleinere Blogs und Publisher könnte das System eine echte Erleichterung sein, schließlich fehlt ihnen größtenteils die Verhandlungsmacht für millionenschwere Lizenzdeals mit großen KI-Konzernen. Erste Anbieter wie You.com sind bereits mit an Bord. Ob sich aber auch die großen Player der Branche flächendeckend auf das neue Bezahlmodell einlassen und tatsächlich für jeden einzelnen Abruf zahlen, bleibt vorerst offen.
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