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Ghost of Yōtei Complete Edition im Test: Wie gut ist der DLC Echos von Sekigahara?
Atsu kehrt mit gewaltigen Waffen, neuen Gegnern, frischen Missionen und einem Roguelike-Modus zurück.
Fast elf Stunden. So lange musste ich Ghost of Yōtei erneut spielen, um endlich bis zur Story-Erweiterung Echos von Sekigahara vorzudringen. Dabei hatte ich das Hauptspiel längst durch. Doch ein direkt danach begonnenes New Game Plus lag ein Jahr lang brach, und genau das wurde mir zum Verhängnis. Um den DLC freizuschalten, musste ich mich erst wieder bis zu einem bestimmten Punkt der Haupthandlung vorarbeiten.
Die Complete Edition enthält das Hauptspiel, sämtliche Inhalte der bisherigen Digital Deluxe Edition, die Story-Erweiterung Echos von Sekigahara und den Einzelspieler-Modus Meistgesucht. Wer Ghost of Yōtei bereits besitzt, kann die neuen kostenpflichtigen Inhalte für 14,99 Euro über das Complete-Edition-Upgrade freischalten. Kostenlos hinzu kommen unter anderem das Transmog-System und der Modus Schönheit von Yōtei.
New Game Plus sollte eigentlich Beweis genug sein, dass ich die Kampagne längst durchgespielt habe. Warum also nicht gleich den DLC freigeben, statt mich noch einmal stundenlang durch bereits bekannte Missionen zu schicken? Immerhin hat sich das unfreiwillige Nachsitzen am Ende gelohnt.
Die Story-Erweiterung Echos von Sekigahara ergänzt die Karte um ein völlig neues Gebiet und bringt zusätzliche Missionen sowie einige spielerische Neuerungen mit, ohne das bewährte Konzept groß umzukrempeln. Schön ist vor allem, dass der DLC direkt ins Hauptspiel eingebunden ist: Ihr könnt also zwischen den Missionen der Erweiterung und denen der Hauptkampagne wechseln und werdet nicht gezwungen, erst das eine oder das andere durchzuspielen.
Echos von Sekigahara führt uns zurück in Atsus Zeit als Söldnerin auf dem japanischen Festland, einige Jahre vor ihrem Rachefeldzug gegen die Yōtei Six. In Rückblenden erleben wir die titelgebende Schlacht und lernen Nagato kennen, einen alten Kampfgefährten Atsus, der in der Erweiterung eine ziemlich wichtige Rolle spielt.
Ein kleiner historischer Exkurs: Die Schlacht von Sekigahara im Jahr 1600 gilt als einer der wichtigsten Wendepunkte der japanischen Geschichte. Mit seinem Sieg ebnete Tokugawa Ieyasu den Weg für das 1603 gegründete Tokugawa-Shogunat, das Japan anschließend mehr als 250 Jahre lang regieren sollte. Zugleich leitete die Schlacht das Ende der sogenannten Epoche der Streitenden Reiche ein. Und ja, das weiß ich auch nur dank eines kurzen Wikipedia-Abstechers.
Nagato begegnen wir allerdings nicht nur in Rückblenden. Inzwischen hat es ihn ebenfalls nach Ezo verschlagen, wo ihm die Vipern im Nacken sitzen. Eine Bande Gesetzloser, die sich so viel Mühe gibt, möglichst böse auszusehen, dass es stellenweise schon unfreiwillig komisch wird. Diese Vipern haben sich in einem Tal breitgemacht, das einst für seinen Tierreichtum bekannt war. Davon ist allerdings nicht mehr viel übrig. Dafür erwarten euch hier neue Gegner, Rüstungen, Aktivitäten und vor allem richtig schwere Waffen.
Dass Atsu jetzt auch mit Äxten und Keulen auf ihre Gegner eindreschen kann, macht die ohnehin schon spektakulären Kämpfe noch eine Spur brachialer. Eine willkommene Ergänzung für ein Kampfsystem, das für mich ohnehin zu den größten Stärken von Ghost of Yōtei zählt.
Außerdem spendiert Sucker Punch Echos von Sekigahara ein paar neue Aktivitäten. So müsst ihr beispielsweise Lagerhäuser der Vipern befreien und anschließend eine Signalleuchte entzünden, damit die hungernde Bevölkerung weiß, wo es wieder etwas zu Beißen gibt. Keine große spielerische Innovation, aber gerade wenn man das Hauptspiel bereits durch hat, ist das eine willkommene Abwechslung.