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Winterreifen im Test: Sechs von 16 Reifen fallen beim ADAC durch
Der ADAC hat 16 Winterreifen für Mittelklassefahrzeuge getestet. Nur vier sind „gut“, sechs fallen durch, mit teils dramatischen Unterschieden beim Nassbremsen.
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Der ADAC hat 16 Winterreifen der Dimension 225/50 R17 getestet. In dieser gängigen Größe für Mittelklassefahrzeuge wie Audi A4, BMW 3er (Test) oder Mercedes C-Klasse (Test) erhalten nur vier Modelle die Note „gut“, sechs fallen mit „mangelhaft“ durch. Besonders auffällig und zugleich besorgniserregend sind die Unterschiede beim Bremsen auf nasser Fahrbahn. In dieser Disziplin trennen fast zwölf Meter die besten von den schlechtesten Reifen.
Der Pirelli Cinturato Winter 3 (Note 2,2, rund 149 Euro) sichert sich den Testsieg. Er überzeugte mit kurzen Bremswegen bei Nässe, hohen Aquaplaning-Reserven und präzisem Handling. Knapp dahinter liegen der Continental WinterContact TS 870 (2,3, etwa 150 Euro), der Goodyear UltraGrip Performance 3 (2,4, ca. 148 Euro) und der Michelin Alpin 7 (2,5, um 165 Euro). Im Mittelfeld landen Bridgestone, Hankook, ESA+TECAR, Dunlop, Yokohama und Vredestein mit Noten zwischen 2,6 und 3,1.
Die gravierendsten Defizite zeigten sich beim Nassbremsen. Während das Testfahrzeug auf Continental und Pirelli aus 80 km/h nach rund 35 Metern zum Stehen kam, benötigte es mit dem Sunwide Snowide fast zwölf Meter mehr. Anders ausgedrückt: An der Stelle, an der das Fahrzeug mit den besten Reifen bereits stand, war es mit dem Sunwide noch etwa 40 km/h schnell. Bei einem Stau-Ende, einem querenden Radfahrer oder einem Fußgänger können die Reifen einen Unfall verhindern, oder lediglich noch über die Schwere des Aufpralls entscheiden.
Durchgefallen sind der Falken Eurowinter HS02 Pro (4,8), Toyo Tires Observe EWS1 (5,3), Tracmax Ice-Plus S210 (5,4), Aptany RW211 (5,4), Royal Black Royalwinter UHP (5,5) und Sunwide Snowide (5,5). Ihre konkreten Schwächen unterscheiden sich teils erheblich: Der Falken versagte vor allem beim Schnee-Handling mit unzureichender Seitenführung. Der Toyo zeigte auf trockener und nasser Fahrbahn noch nahezu Premiumniveau, brach aber auf Schnee stark ein. Hier neigte das Fahrzeug zu früh zum Unter- oder Übersteuern. Der Tracmax offenbarte sowohl auf Nässe als auch auf Schnee schwerwiegende Defizite.
Besonders auffällig ist der Sunwide Snowide: Er erzielte mit einer Teilnote von 1,3 auf Schnee den besten Wert des gesamten Testfelds. Auf trockener Fahrbahn reagierte er jedoch extrem schwammig, gleichzeitiges Bremsen und Lenken konnte das Fahrzeug aus der Bahn bringen. Ein Reifen, der nur auf Schnee funktioniert, deckt einen großen Teil realer Wintersituationen in Mitteleuropa schlicht nicht ab, denn hier werden Winterreifen aufgrund der Witterungsbedingungen häufiger auf trockenen oder nassen Straßen gefahren als auf geschlossener Schneedecke.
Alle getesteten Reifen erfüllen beim EU-Reifenlabel mindestens die Nasshaftungsklasse C als Mindestanforderung des ADAC für seine Produktauswahl. Trotzdem fielen sechs Modelle durch. Der Grund: Das Label bildet nur einen begrenzten Ausschnitt der Gesamtleistung ab. Es sagt nichts über Schnee- und Eisbremsen, Aquaplaning-Verhalten, Seitenführung in Kurven oder die Balance zwischen verschiedenen Fahrbahnbedingungen aus. Der ADAC rät deshalb ausdrücklich, sich bei der Kaufentscheidung nicht allein auf diese Auszeichnung zu verlassen.
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