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Google schickt testweise KI-Chips ins All - Rechenzentren im All
Unendliche Weite und extrem niedrige Temperaturen: Das Weltall könnte Potenzial für Rechenzentren bergen, die auf der Erde Ressourcen verbrauchen. Google wagt nun einen ersten Schritt in diese Richtung - trotz technischer Hürden.
Immer größere Rechenzentren für immer leistungsfähigere KI: Der Strom- und Kühlbedarf klassischer Serverparks wächst rasant. Eine Vision lautet deshalb, Rechenzentren ins All zu verlagern, direkt mit Sonnenstrom zu versorgen und die Kälte des Weltraums zum Kühlen zu nutzen.
Wenn es nach den großen Versprechen, zum Beispiel von Elon Musk, geht, soll das schon bald Realität sein. Viele Experten glauben allerdings, dass das noch Zukunftsmusik ist. Google beginnt die Entwicklung jetzt aber mit einem ersten konkreten Test.
Heute ist an Bord einer Falcon-9-Rakete ein kleiner Technologie-Satellit aus der Forschungsabteilung von Google gestartet. Auf dem Satelliten mit dem Namen MVP sitzen vier Spezialchips, die einfache KI-Anfragen bearbeiten können. Von einem echten Rechenzentrum im Orbit ist das weit entfernt, aber es ist ein praktischer Test unter realen Bedingungen.
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Die Idee, Rechenzentren ins All zu verlegen, scheitert bislang an verschiedensten Problemen: Kühlung, Energieversorgung, Kommunikation zwischen vielen Satelliten, dem Schutz vor Strahlung und viel zu hohen Startkosten. "Rechenzentren heute im All sind noch eine technologische Herausforderung", sagt Sabine Klinkner, Professorin für Satellitentechnik am Institut für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart. Besonders kritisch sei die Wärmeabfuhr der Chips.
Auf der Erde wird Hitze an Wasser oder Luft abgegeben und aktiv aus dem Gebäude herausbefördert. Im Vakuum des Weltraums funktioniert das nicht: Wärme kann zwar im Inneren eines Satelliten über Flüssigkeiten oder Leitungen verteilt werden, dann aber nur als Wärmestrahlung abgegeben werden - ein viel langsamerer Prozess als die Kühlung mit Wasser hier auf der Erde. Um das zu beschleunigen, braucht es große Radiatoren - ausfahrbare Flächen, die möglichst von der Sonne wegzeigen, um nicht zusätzlich aufgeheizt zu werden. Je größer die Fläche, desto mehr Wärme kann abgestrahlt werden.
Die Internationale Raumstation hat Radiatoren mit einer Fläche von etwa 170 Quadratmetern, die 70 Kilowatt Wärme abstrahlen können. Ein mittelgroßes Rechenzentrum produziert etwa 900 Kilowatt Wärme. Die Radiatoren der ISS müssten dafür mehr als 2.100 Quadratmeter groß sein. Beim Google-Satelliten MVP wird die Kühlung zunächst hinten angestellt. Das bedeutet sehr begrenzte Einsatzzeiten: Die vier Chips sollen zunächst nur etwa 15 Minuten am Stück laufen, dann müssen sie abgeschaltet und gekühlt werden.
FAQ
29.09.2026
Wer zahlt die Schäden, wenn KI-Agenten in fremde IT eindringen? Teilweise ist das juristisches Neuland.
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