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MedicubeX-CEO: „Viele Menschen wollen überraschenderweise einen Papierausdruck“
Notaufnahmen erproben inzwischen die eHealth-Station von MedicubeX. CEO Vili Kostamo erklärt die Pläne.
Aufgrund der anstehenden Reformen im Gesundheitswesen entstehen derzeit zahlreiche Konzepte, um medizinisches Personal zu entlasten und standardisierte Abläufe zu digitalisieren. Dazu gehören sprachgestützte Anamnesesysteme, wie das von SymptoX, das Patientendaten per Sprache erfasst und in die Primärsysteme von Arztpraxen und Kliniken überträgt, Telemedizin-Kabinen wie DoctorBox, das mit dem Symtpomchecker Xund kooperiert, oder die französische La Box Médicale sowie Forschungsprojekte, etwa die Telemedizin-Kabine „Kabine“ der RWTH Aachen.
Die Box des finnischen Unternehmens MedicubeX wird inzwischen in unterschiedlichen Versorgungsszenarien eingesetzt. Im Gespräch mit heise online erläutert Gründer und CEO Vili Kostamo die verschiedenen Einsatzbereiche, die Zusammenarbeit mit den Universitätskliniken Frankfurt, Leipzig und Schleswig-Holstein sowie den aktuellen Stand der KI-gestützten Risikobewertung.
heise online: Vor etwa zwei Jahren haben wir zuletzt miteinander gesprochen. Was hat sich seitdem verändert?
Vili Kostamo: Eine ganze Menge. Wir haben sämtliche Boxen der damaligen Generation durch neue Modelle ersetzt. Die Technik wurde weiterentwickelt, wir haben neue Funktionen ergänzt und die Sprachunterstützung ausgebaut.
Auch geschäftlich ist viel passiert. Ende vergangenen Jahres haben wir in Finnland unseren ersten größeren öffentlichen Auftrag für unsere Lösung gewonnen. Außerdem kooperieren wir inzwischen mit Terveystalo, dem größten privaten Gesundheitsdienstleister in Finnland.
Mit dem Universitätsklinikum Frankfurt arbeiten wir seit rund einem Jahr zusammen, auch als Partner in Forschung und Entwicklung. Dort liegt der Schwerpunkt auf Prävention und Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Vor rund einer Woche hat außerdem das Universitätsklinikum Leipzig seine Partnerschaft mit uns bekannt gegeben. Die Kooperation ist Teil des neu gegründeten MITCenter (Zentrum für medizinische Innovation und Technologie), das medizinische Innovationen schneller in die klinische Praxis bringen soll. MedicubeX gehört zu den ersten Projekten des MITCenters und ist Teil des Konzepts „Zukunftspraxis Mitteldeutschland“. Dort erfassen Patienten wichtige Vitalparameter selbst, bevor sie ärztlich untersucht werden.
Und jetzt hat das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) eine Zusammenarbeit im Bereich der Notfallversorgung angekündigt. Darauf kommen wir später sicher noch zurück, denn das ist ein ganz anderer Anwendungsfall.
Damit deckt die Box inzwischen drei sehr unterschiedliche Einsatzgebiete ab: Prävention und Screening in Frankfurt, neue ambulante Versorgungskonzepte in Leipzig und die Notfallversorgung am UKSH.