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Physische Versionen von Spielen? Interessiert mich seit etwa 2002 schon nicht mehr
Kaputte Laufwerke, nutzlose Discs ohne Day-One-Patches und ein überschätzter Gebrauchtmarkt: Eine Abrechnung mit der Romantik um Plastikhüllen.
Hier schildert Martin seine Meinung zu PlayStations Ankündigung, ab 2028 keine physischen Spieledisks mehr zu produzieren. Alex Gegenmeinung lest ihr hier.
Ich weiß, dass viele Leute sich aufregen, weil es in relativer Kürze – gerechnet auf mein Spieleleben in etwa übermorgen – keine physischen Versionen von Games mehr geben wird. Meine Antwort darauf lautet relativ einfach: Mir doch latte. Ganz ehrlich, es macht für mich nicht den geringsten Unterschied und das ein paar verschiedene Gründe. Ich präsentiere euch zu jedem Punkt erst einmal meine unverfälschte Meinung und seid gewarnt, ich bin hier wirklich Devil's Advocate. Aber ich versuche auch zu jedem Punkt eine Lösung anzubieten, wie ich denke, dass alle am Ende happy sein könnten.
1. Wenn ein Publisher nicht will, dass das Spiel noch läuft, dann wird es das nicht tun, egal ob runde Silberscheibe oder nicht.
Ein Film oder Musik sind anders als Spiele. Findet ein Laufwerk und es wird laufen. Eine alte Prä-Internet-Spielkonsole ist anders. Findet ein Laufwerk und es wird laufen. Ein modernes Spiel? Es telefoniert nach Hause. Das muss es nicht, das könnte man anders regeln, aber da ihr bei jedem Kauf, egal ob physisch oder digital, gibt euch eh nur ein Nutzungsrecht. Dieses ist auch keineswegs unbegrenzt und wenn diese AGB ein Hindernis sein sollten, dann werden sie eben geändert und das Spiel startet eben nicht mehr. Zugegeben, das ist mehr eine Sache, die nicht für jedes neue Spiel gilt, manche starten durchaus.
Die Lösung: Einfach, wenn ein Spiel physisch verkauft ist, muss es standalone lauffähig sein. Wie realistisch das am Ende des Tages umsetzbar ist, sei dahingestellt, aber wenn die Datenmenge eines GTA 6 dann 400 Gig sind, dann sind es eben ein Dutzend Disks.
Das Ende der Disc ist in den Verkaufszahlen längst Realität. Bereits 2023 lag der weltweite Anteil digital verkaufter PC- und Konsolenspiele laut Analysen bei über 80 Prozent. Viele Publisher haben den Vertrieb rein physischer Spiele für kleinere Titel oder bestimmte Regionen komplett eingestellt.
2. Das Spiel, das auf der Disc ist, ist nicht das Spiel, das es sein könnte.
Ich würde sagen, dass 90 Prozent der Spiele auf physischen Medien aus den letzten zehn Jahren nicht in der Version laufen, in der sie es tun sollten. Von Witcher 3 bis zu meinem geliebten Dead Cells, wer die am Launchtag gekaufte und heilig bewahrte Disc einlegt, bekommt nur das halbe Game. Keine Patches, keine Updates und die DLCs sind auch nicht drauf. Ja, es wird noch was starten. Aber das ist sicher nicht die beste Version des Spiels und die will ich spielen. Dazu kommt, dass Spiele immer größer werden, immer mehr Patches brauchen und manchmal ohne diese kaum lauffähig oder spielbar sind. Dass das vielleicht kein Idealzustand ist, da kann und sollte man drüber diskutieren, aber die Daten auf der Disc machen das nicht besser.
Die Lösung: Update-Discs? War früher mal so, da wurden dann Disketten mit dem Patch verschickt. Oder ein Patch zum selbst auf USB-Stick packen? Es sind einfach nur Daten, geht alles irgendwie.