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Star Wars: Galactic Racer im Test – Für mich das Spiel des Jahres
Ein audiovisueller Hochgenuss: Das Debüt ehemaliger Burnout-Macher bringt den futuristischen AAA-Arcade-Racer als packendes Run-Erlebnis zurück
Letzte Runde – das gibt’s doch nicht! Kestar Bool drückt mein Speeder-Bike mit so viel Nachdruck an den Felsen, dass ich einen Systemschaden reparieren muss. Bis dahin schaltet sich der Nachbrenner ab und mein Bike gleitet nur noch im Schneckentempo über Jakku. Zwei, drei Konkurrenten rasen an mir vorbei, während ich die Reparatur einleite und dann auf den richtigen Moment warte... Jetzt!
Der zweite Tastendruck repariert nicht nur den Ausfall, sondern verhindert auch Folgeschäden, weil das Timing gestimmt hat. Sofort werfe ich den Nachbrenner wieder an und aktiviere den Ramjet, einen besonders starken Turbo. Es dauert eine halbe Sekunde, als würde der Motor kurz die Luft anhalten, dann klinken sich Ramjet und Boost gemeinsam ein und ich donnere mit Vollgas ins Innere eines in der Wüste gestrandeten Sternzerstörers.
Einen Fehler kann ich mir jetzt nicht mehr leisten. Als der Ramjet überhitzt, dreht er noch mal zusätzlich auf – eine Fähigkeit, die ich vor dem Rennen neu verbaut habe. Haarscharf neben mir löst sich der Militärschrott des ehemaligen Imperiums im Geschwindigkeitsrausch auf, bis ich den zweiten Platz hinter Kestar zurückerobert habe. Nur übertreiben darf ich es nicht, denn anders als der Nachbrenner fliegt mir der Ramjet um die Ohren, wenn er zu lange im roten Bereich dreht.
Die letzte Kurve. Gerade rechtzeitig nehme ich Geschwindigkeit aus dem Bike, während es fast im rechten Winkel gen Boden kippt. Und als ich es wieder aufrichte, bündelt es die bei Kurveneinfahrt abgebaute Energie in einen letzten Boost – wer Die Rückkehr der Jedi-Ritter gesehen hat, kennt dieses laute mechanische Ächzen, mit dem so ein Speeder-Bike nach einer Kurve Schwung aufnimmt.
Doch es reicht nicht ganz. Kestar Bool gewinnt diesen Lauf. Der Mistkerl. Zumal ich damit auch die Wette gegen ihn verloren habe. Was setze ich auch gleich mehrere Tausend Credits gegen ihn statt ein paar Hundert gegen einen der schwächeren Piloten. Weil der Gewinn entsprechend größer gewesen wäre, klar. Das hab‘ ich nun davon.
Egal! Für mich zählt nur: Das war mal wieder ein atemberaubendes Rennen, wie ich sie in Star Wars: Galactic Racer am laufenden Band erlebe. Denn Fuse Games bekommt das Gefühl absolut überzeugend hin, eins dieser ikonischen Vehikel mit, äh, wahnsinniger Geschwindigkeit durch die bekannteste der fernen Galaxien zu steuern.
Falls euch der Name nichts sagt, seid ihr damit nicht allein. Denn das Team ist in dieser Form neu – allerdings nicht unerfahren. Unter anderem stecken führende Criterion- also Burnout-Entwickler hinter dem britischen Studio, das mit Star Wars: Galactic Racer sein beeindruckendes Debüt feiert. Tatsächlich ist Fuse Games sogar in Guildford verortet, wo auch Criterion seinen Sitz hat.
Womit ich nicht nur die aus Episode 1 bekannten Podracer meine. Der Großteil des Spiels dreht sich vielmehr um drei andere Gleiter, im Englischen Repulsorcraft genannt, da Repulsor beziehungsweise Repulsorlift der Name der Technologie ist, die im Star-Wars-Universum für das Schweben über dem Boden sorgt.
Und das tut sie hier eben vor allem bei Landspeedern (mit so einem war Luke im allerersten Film auf Tatooine unterwegs), Speeder-Bikes (mit denen sind Luke und Leia über Endor durch den Wald gerauscht) und Skim-Speeders. Richtig: Die sind neu. Nicht ganz so agil, dafür etwas schneller als die anderen zwei und mit der Fähigkeit, sich so zu neigen, dass sie Kurven sehr eng nehmen können.