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Rein digitale Zukunft: Sony entfernt Zugriff auf 551 Filme von Studiocanal
Sony entfernt im September Filme von Studiocanal aus dem PlayStation-Store und Bibliotheken. Auch ein vorheriger Kauf bewahrt die Produkte nicht vor dem Verschwinden. Die rein digitale Zukunft, die der Konzern vorantreibt, hat also Tücken – zumindest für den Konsumenten.
Dass der Kauf von Filmen bestimmter Anbieter nicht möglich ist, kann schon einmal vorkommen, wenn sich Konzerne nicht über die Lizenzbedingungen oder -gebühren einigen. Bereits erworbene Nutzungslizenzen sind davon jedoch unberührt. Bei Sony ist das anders. 551 Filme von Studiocanal verschwinden ab dem 1. September auch aus den Bibliotheken von PlayStation-Nutzern.
Ab diesem Zeitpunkt „können sie ihre zuvor gekauften Inhalte nicht länger anschauen“, schreibt Sony dazu. Eine vollständige Liste mit betroffenen Filmen hält der Konzern auf seiner Homepage bereit. Die nüchterne Ankündigung, die Käufer der Filme bekommen, gibt keinerlei weitere Auskünfte, entschuldigt sich nicht oder bietet eine Kompensation an. Der Zugriff geht verloren, Punkt.
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PREVIOUSLY PURCHASED$7.535B 2025 profit, but Sony are quite happy to shaft their customers, given half the chance. pic.twitter.com/2QVpSJ7e9D
Diese Ankündigung fällt in den gleichen Zeitraum von zwei weiteren, die zusammengenommen ein unschönes Bild ergeben: Ab 2028 wird Sony Videospiele nicht mehr auf Blu-ray sondern nur noch rein digital verkaufen. Man folge den Wünschen und Vorlieben der Spieler heißt es, benutzt übliche Schlagworte und betont die Wahlfreiheit der Konsumenten – die können ihre Codes schließlich auch im freien Handel kaufen. Was sie künftig nicht können: ihr Spiel weiterverkaufen. Der Gebrauchtmarkt ist Publishern seit langem ein Dorn im Auge, nicht nur weil sie darin entgangene Verkäufe sehen, sondern auch, weil er sich auf Preise in Plattform-Stores auswirkt. Potentiell kann man so höhere Preise und geringere Rabatte ansetzen.
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Internet down? Fuck youServer issues? Fuck youFinished a game and want to sell or trade it in? Fuck youYou will own nothingWe will keep raising game pricesWe will raise PS Plus pricesPlayStation - Play Has Limits, and fuck you. pic.twitter.com/X55GBaC3aD
Außerdem plant Sony den Store auf der PlayStation 3 im Herbst zu schließen, die Konsole verliert damit eine wesentliche Funktion. Ob das bei derartig alter Hardware relevant ist? Es geht zumindest um das Prinzip, denn sie wird damit ein deutliches Stück nutzloser. Wesentlicher ist dabei die Implikation. Der Plattformbetreiber kontrolliert damit nicht nur die Preise der Software in seinem künftig völlig geschlossenen System mit Shop-Monopol, er bestimmt damit auch die Lebensdauer der Hardware stärker und kann zum Kauf einer neuen Konsole „überzeugen“.
Nicht zuletzt kann er offenbar bereits gekaufte Nutzungslizenzen einfach entfernen. Käufer müssen das hinnehmen, sie sind dem – offenbar ganz gemäß ihrer Wünsche und Vorlieben – ausgeliefert. Reaktionen darauf sind im Netz erwartbar negativ. Wenn die Vergangenheit aber eines gezeigt hat, dann dass Unternehmen Kritik mit langem Atem einfach aussitzen können. Den Schritt schon jetzt am Ende des Lebenszyklus der PlayStation 5 anzukündigen, dürfte genau dieses Kalkül gehabt haben. Bis zur Vorstellung der PlayStation 6 wird das Thema vom Tisch sein.