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Missing Link: Our Best Machines – Was bin ich ohne meinen KI-Assistenten?
KI-Assistenten ziehen in immer mehr Lebensbereiche ein. Medizininformatikerin und Sci-Fi-Autorin über die Frage wer wir ohne
Vor ein paar Monaten schrieb Sam Altman, CEO von OpenAI, auf X, dass er seinen Schlafrhythmus auf polyphasisch umstelle, um seine Produktivität mit KI-Assistenten noch weiter zu erhöhen. Was heißt, dass er nach eigener Aussage seinen Schlaf in einer 24-Stunden-Periode über mehrere Zeitabschnitte hinweg verteilen würde. In anderen Worten: Schlaf als störende Unterbrechung seiner Konversationen mit der KI. Das wirft Fragen auf.
KI-Assistenten wie ChatGPT und Codex von OpenAI und anderer Hersteller haben sich längst im Berufs- und Privatleben vieler Menschen etabliert. Auf 11 Millionen wird die Zahl der täglichen Nutzer in Deutschland geschätzt, basierend auf einer Befragung im Auftrag des Bitkom, veröffentlicht im April 2026, und aktuellen Bevölkerungszahlen des statistischen Bundesamts.
Das bezieht sich auf die Bevölkerung ab 16 Jahren. Wie viele der Unter-16-Jährigen täglich mit der KI ihre Probleme mit Schule, Freunden, Eltern diskutieren, wissen wir nicht genau. Eine Studie der DAK mit dem UKE schätzt, dass etwa ein Viertel der 10- bis 17-Jährigen einen KI-Assistenten mehrmals pro Woche nutzt.
Dr. Christina Czeschik ist Ärztin und Medizininformatikerin. Sie schreibt als freie Autorin über Digitalisierung, neue Technologien und Informationssicherheit im Gesundheitswesen und in anderen Bereichen. Unter dem Pseudonym Jo Koren schreibt sie Science-Fiction-Romane.
Auf dem Business-Netzwerk LinkedIn gehören KI-Kompetenzen zu den Fähigkeiten mit der am stärksten wachsenden Nachfrage. Das zeigen internationale Daten der Plattform. Die Analysten werteten dafür zum einen aus, welche Fähigkeiten LinkedIn-Nutzer am häufigsten in ihren Profilen angaben. Zum anderen schauten sie darauf, welche Fähigkeiten Personen in ihrem LinkedIn-Profil aufführten, die im vergangenen Jahr für einen neuen Job eingestellt wurden.
Was fehlt: In der rapiden Technikwelt häufig die Zeit, die vielen News und Hintergründe neu zu sortieren. Am Wochenende wollen wir sie uns nehmen, die Seitenwege abseits des Aktuellen verfolgen, andere Blickwinkel probieren und Zwischentöne hörbar machen.
Unter Umständen übersteigt der gefühlte Produktivitätszuwachs durch KI allerdings den realen: Eine Studie der Non-Profit-Organisation METR zeigte im Jahr 2025, dass erfahrene Open-Source-Programmierende durch den Einsatz von KI-Tools tatsächlich um fast 20 Prozent langsamer wurden – aber im Schnitt glaubten, um über 20 Prozent schneller geworden zu sein. Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Machine Learning hatten unterdessen vor der Studie eine etwa 40-prozentige Beschleunigung vorhergesagt.
Die Studie sollte 2026 erneut durchgeführt werden, um die Weiterentwicklung der Tools und die zunehmenden KI-Kompetenzen der Studienteilnehmenden abzubilden. Aber es stellte sich heraus: Weit weniger Entwicklerinnen und Entwickler waren bereit, an der Studie teilzunehmen und gaben als Grund an, dass sie nicht bereit waren, während ihrer Arbeit auf KI-Tools zu verzichten. Das wäre in einer Kontrollgruppe notwendig gewesen, wurde aber nicht untersucht.
Schon oft konnten wir diesen Weg einer Technologie, eines neuen Werkzeugs beobachten: erst ist sie neu und gilt vielleicht als Spielerei, dann wird ihr Nutzen klar, und überraschend schnell scheint sie dann unentbehrlich. Viele unserer modernen Annehmlichkeiten, von der Spülmaschine über das Smartphone bis hin zu Lieferdiensten, haben diese Entwicklung zurückgelegt.