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Smart-Meter-Ausbau in Deutschland kommt weiter nur schleppend voran
Nur 5,9 Prozent aller Messstellen in Deutschland sind digitalisiert. Die Bundesnetzagentur leitet Aufsichtsverfahren gegen säumige Betreiber ein.
Der Ausbau intelligenter Messsysteme in Deutschland kommt weiter nur gemächlich voran. Zwar zeigt eine Analyse der Smart-Meter-Initiative auf Basis von Daten der Bundesnetzagentur für das erste Halbjahr 2026 moderate Fortschritte. Doch von einer flächendeckenden Versorgung ist die Republik noch weit entfernt.
Trotz der gesetzlichen Ausbaupflicht existieren bundesweit noch 41 Netzgebiete, in denen bislang kein einziger Smart Meter installiert wurde. Immerhin: Die Zahl dieser Nuller-Gebiete hat sich im Vergleich zu Ende 2025 mit damals 77 Anbietern fast halbiert.
Die Gesamtzahl der installierten Geräte verdeutlicht das weiterhin überschaubare Ausmaß der Digitalisierung im Stromnetz. Ende Juni waren über alle grundzuständigen Messstellenbetreiber hinweg knapp über ein Viertel der Pflichteinbaufälle (26 Prozent) mit intelligenten Messsystemen ausgestattet. Beim Blick auf das gesamte Bundesgebiet und alle vorhandenen Messstellen liegt die Gesamteinbauquote aber nur bei 5,9 Prozent. Das entspricht einem Plus von 0,4 Prozentpunkten gegenüber Ende 2025.
Die Bundesnetzagentur begründet den geringen Anstieg teils mit einem Erhebungsfehler im 4. Quartal 2025. Doch selbst wenn dieser statistische Effekt herausgerechnet wird, verharrt der Zuwachs bei 1,5 Prozentpunkten innerhalb von sechs Monaten.
Hinter den Zahlen verbirgt sich ein Gefälle, das vor allem durch die Unternehmensgröße bestimmt wird. Ein Problem: Die Ausbaugeschwindigkeit hängt laut der Initiative maßgeblich von der Marktgröße des jeweiligen Betreibers ab. Die 591 kleinen Messstellenverwalter, die je weniger als 30.000 Lokationen betreuen, hinken beim Pflichtrollout im Schnitt um rund 10 Prozentpunkte hinter den Branchenriesen mit mehr als 500.000 Anschlüssen her.
Laut Branchenexperten liegt die Schwelle zur wirtschaftlichen Rentabilität eines Messstellenbetriebs erst bei ebendiesen 500.000 Messstellen. Eine Marke, die aktuell nur 19 Anbieter hierzulande erreichen.
Bei den zehn größten deutschen Messstellenbetreibern zeigt sich ein uneinheitliches Bild: Ihre Einbauquoten bei den Pflichtfällen bewegen sich zwischen 24 und 60 Prozent. An der Spitze rangieren Betreiber in Berlin sowie Westnetz mit je 60 Prozent, dicht gefolgt von der Mitteldeutschen Netzgesellschaft Strom mit 58 Prozent. Am Ende der Zehnergruppe stehen Netze BW mit 24 und Bayernwerk Netz mit 29 Prozent. Unter den Branchengrößen konnte nur die Hälfte ihre Werte gegenüber dem Vorjahr spürbar verbessern.
Abseits der Branchenriesen zeigen vermehrt regionale Versorger Flagge. 2025 belegten vor allem sehr kleine Anbieter und reine Industrienetze die vorderen Plätze. Nun schieben sich zunehmend Netzbetreiber mittlerer Großstädte nach vorn. Versorger aus Kommunen wie Gera mit 92, Oberhausen mit 82 und Flensburg mit 79 Prozent führen die Gruppe an. Um es überhaupt unter die Top Ten der Betreiber mit den höchsten Pflichtrollout-Quoten zu schaffen, ist heute eine Schwelle von 76 Prozent zu überwinden. Ende 2025 reichten noch 58 Prozent.
Das statistische Plus hat aber einen Haken: Seit Ende 2025 fließen auch optionale Einbaufälle in die Berechnung der Pflichtquote ein. Dieses Novum verzerrt das Bild. Ohne die Miteinrechnung der optionalen Zähler läge der Wert etwa im Fall von Flensburg nicht bei 79 Prozent, sondern nur bei 21.