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MXGP 26 – The Official Game: So gut fühlt sich Motocross selten an – am Ziel ist das Spiel aber noch nicht
Ich hoffe, Motocross-Fans sehen es mir nach, dass MXGP 26 das Nachsehen hatte, als ich die Entscheidung treffen musste, ob ich mich zunächst ihrem Rennspiel oder dem vorzüglichen Star Wars: Galactic Racer widmen würde. Das war schließlich schon nach dem Anspielen vor einigen Wochen auf Mein-Spiel-des-Jahres-Kurs und hat dann auf der Zielgeraden, also in unserem Test, sogar noch mehr Gas gegeben.
Die vereinfachte Simulation des Entwicklers Artefacts Studio lässt euch in beiden Kategorien des Motocross World Championship die Saison des Jahres 2026 fahren. Man erstellt einen Fahrer und kann sowohl ihn als auch Helm, Kleidung und Motorrad auswählen. Eine Karriere zur Entwicklung seiner Fähigkeiten oder technischer Spezifikationen des Bikes gibt es aber nicht, sondern nur Einzel- und Onlinerennen.
Doch nachdem ich etliche Repulsor-Flieger ins Ziel geschossen und auch geschrottet hatte, war es an der Zeit, auch mal wieder auf irdischen Rennstrecken im Dreck zu wühlen – wobei ich nicht erwartet hatte, dass mir das so viel Spaß machen würde! MXGP 26 ist im Kern nämlich eine erfreulich feine Simulation Light, die das Fahren durch sandige bis matschige Furchen ganz hervorragend aufs Gamepad überträgt.
Das bekommt die diesjährige Ausgabe der von Artefacts Studio entwickelten Serie sogar bedeutend besser hin als Milestone mit seiner Supercross-Reihe. Fehlt mir dort nämlich das Gefühl echter Kontrolle über das Bike, stimmt in MXGP 26 die Mischung aus Beherrsch- und Unvorhersehbarkeit beim Durchfahren tiefer Spurrillen, die sich auch hier in Echtzeit bilden. Selbst ohne volle Fahrhilfen kann ich als Motocross-N00b daher gefühlvoll Gas geben und erlebe von Beginn an spannende Rennen.
Abgesehen davon sehen die hell- bis dunkelbraunen Pisten spätestens bei Regen verdammt gut aus. Bedauerlich finde ich zwar, dass selbst in der Helmperspektive so gut wie kein Dreck lange am Visier hängenbleibt. Außerdem wirken direkt neben der Strecke stehende Personen seltsam starr, da sie selbst dann am Fleck stehenbleiben, wenn man auf sie zurast. Alles in allem bekommt Artefacts den Eindruck des Motocross-Fahrens aber so überzeugend hin, dass ich mir MXGP 26 für kurze Runden zwischendurch vormerke.
Nur für zwischendurch? Ja. Denn das ganz große Ding gelingt dem französischen Studio bei weitem nicht. Was unter anderem daran liegt, dass man zwar auf Zeit fahren sowie einzelne Grand Prix und eine komplette Saison des Jahres 2026 in den zwei offiziellen Motocross-Kategorien (also MXGP und MX2) absolvieren darf – eine Karriere, in der man den Fahrer oder gar das Bike entwickelt, sucht man allerdings vergebens.
Sehr ärgerlich finde ich zudem, dass man in einer laufenden Saison weder den Schwierigkeitsgrad ändern darf noch die Länge der einzelnen Sitzungen, also Training, Qualifikation und so weiter. Nachdem ich mich anfangs frohen Mutes in eine Meisterschaft gestürzt habe, um inzwischen aber besser geworden zu sein und gerne auch weniger lange Rennen fahren zu wollen, bleibt mir daher nur der Neustart des gesamten Kalenders.
Man wird bei Ausflügen neben die Strecke außerdem zu schnell automatisch zurückgesetzt, ein verändertes Setup muss man vor jeder Sitzung (nicht nur vor jedem Rennwochenende!) neu einstellen, in den Grafikoptionen vermisse ich DLSS, FSR oder eine andere Form des automatischen Upscalings und dann ist da noch ein Online-Modus, den ich so auch noch nicht erlebt hatte.
Dass dabei nur wenige Interessierte überhaupt online teilnehmen, muss nicht Schuld des Spiels sein. Als ich dann aber in meiner ersten Lobby das noch laufende Rennen beobachtet habe, in dem sämtliche Fahrer stark ruckelnd sowie mitunter auf dem Kopf rutschend dargestellt wurden, war das schon mal kein gutes Omen. Denn als es anschließend losging, funktionierte meine Steuerung einfach nicht. Lenken durfte ich noch. Aber Gas und Bremse? Pustekuchen!
Ich wollte mich später für ein weiteres Rennen anmelden, aber da war entweder keins vorhanden oder die Server befanden sich noch