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Mobilfunk statt Übertragungswagen: TV-Sender und Netzbetreiber testen Live-Übertragung per 5G
von Carsten Knobloch
9. Okt. 2026 |
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Wer schon einmal in einem vollbesetzten Fußballstadion versucht hat, ein Foto zu verschicken oder eine Nachricht abzusetzen, kennt vielleicht das Problem: Das Mobilfunknetz ist oft völlig überlastet. Für Fernsehsender ist das bei Live-Übertragungen ein echtes Risiko, denn Bild und Ton müssen ohne Verzögerung und ohne Ruckler in der Regie ankommen. Genau dieses Szenario haben Vodafone, Telefónica, die Deutsche Telekom und RTL Deutschland nun gemeinsam in der Praxis auf die Probe gestellt.
Als Testfeld diente ein DFB-Pokalspiel im Hamburger Volksparkstadion. Ziel des Versuchs war es, Kamerasignale, Fan-Interviews und den Ton der Kommentatoren direkt über das ganz normale Handynetz zu übertragen, anstatt überall dicke Kabelstränge zu verlegen oder schwere Übertragungswagen aufzufahren.
Damit die Datenströme der Fernsehmacher nicht durch tausende surfende Fans im Stadion ausgebremst werden, griffen die Netzbetreiber auf Techniken zurück, die man sich wie eine exklusive Überholspur auf der Datenautobahn vorstellen kann. Bestimmte Übertragungen, etwa das Live-Bild der Kamera oder die Funkverbindung zwischen Regie und Reporter, bekamen feste Bandbreiten zugewiesen. Selbst bei extrem hoher Netzauslastung blieb die Verbindung dadurch stabil und schnell. Ist natürlich die Frage, wie das das normale Netz beeinträchtigt hat.
Die beteiligten Partner testeten dabei zwei Wege: Zum einen feste, vorab gebuchte Abschnitte im Mobilfunknetz und zum anderen Schnittstellen, über die eine App oder ein Programm bei Bedarf kurzfristig mehr Netzleistung anfordern kann.
Für die TV-Produktion der Zukunft bedeutet das laut der Teilnehmer mehr Bewegungsfreiheit. Reporter können spontan mit leichten Kameras im und um das Stadion herumfilmen, ohne an feste Leitungen gebunden zu sein, während die Qualität der Sendung trotzdem gesichert bleibt. In den kommenden Jahren wollen die Sender und Netzbetreiber diese Technik weiter verfeinern, damit solche Abläufe künftig zum Standard bei Großveranstaltungen gehören. Und sicher lässt man sich eine Überholspur auch vergolden.
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