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Ex-PlayStation-Chef Kaz Hirai ignorierte laut eigener Aussage Anweisungen von Sony-Bossen
In einem aktuellen Interview blickt der ehemalige Konsolen-Präsident auf seine Zeit zurück und verrät, warum er sich lieber auf eigene Faust durchsetzte.
Kazuo „Kaz“ Hirai war von 2007 bis 2012 der Präsident von PlayStation. Offenbar scherte er sich in dieser Zeit herzlich wenig um die Anweisungen der Sony-Chefetage.
Das verriet Hirai kürzlich in einem Gespräch mit der japanischen Publikation Nikkei XTrend (übersetzt von Game Observer). „Als Präsident von Sony Computer Entertainment leitete ich das Heimkonsolengeschäft von PlayStation. Wenn mir Howard [Stringer] und die anderen Bosse irgendwelche Vorschriften machten, ging ich einfach meinen eigenen Weg“, erzählte Hirai lachend. „Ich sagte dann immer: ‚Was die Zentrale sagt, ist völlig egal. Wir sind PlayStation.‘“
Später trat Hirai jedoch Stringers Nachfolge an und übernahm die Leitung des gesamten Sony-Konzerns. Er erinnerte sich an diese Phase als eine schwierige Zeit für das Unternehmen. Ein drastischer Richtungswechsel war dringend nötig.
„Meine ersten beiden Ziele waren klar: Die Leute sollten mich kennenlernen und wir mussten alle an einem Strang ziehen“, erklärte Hirai. „Ohne gegenseitigen Respekt denkt sich schließlich niemand: ‚Lasst uns gemeinsam reinhauen!‘“
Die Ironie an der Geschichte: Als Sony-CEO wollte Hirai genau das verhindern, was er früher bei PlayStation abgezogen hatte. Die verschiedenen Abteilungen sollten nicht länger ihr eigenes Ding machen. Stattdessen verlangte er, dass alle auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten. In diesem Zuge prägte er den bekannten Slogan ‚Kando‘. Der Begriff stammt aus dem Japanischen und beschreibt das Gefühl, von etwas emotional tief berührt zu sein. Diese neue Unternehmensstrategie sollte die Belegschaft motivieren. Sie sollten nicht einfach nur funktionierende Produkte abliefern, sondern Erlebnisse schaffen, die die Menschen auf einer emotionalen Ebene erreichen.
Während seiner Amtszeit als PlayStation-Präsident lenkte Hirai die Gaming-Sparte durch eine extrem wichtige historische Phase. Er übernahm das Ruder kurz nach dem Release der PlayStation 3. Danach begleitete er den holprigen Launch der PlayStation Vita sowie den berüchtigten PSN-Ausfall im Jahr 2011. Im Jahr 2018 legte Hirai sein Amt als Sony-CEO schließlich nieder. Vielen Gamern bleibt er außerdem durch die legendäre, bis heute oft zu Memes verarbeitete PlayStation-Pressekonferenz auf der E3 2006 im Gedächtnis.