// HEISE ONLINE — GAMING
Bald nur noch für Sammler: Analysten vergleichen Konsolen mit Plattenspielern
Cloud-Gaming soll bis 2035 zum 38-Milliarden-Dollar-Markt wachsen, prognostiziert Bloomberg Intelligence. Konsolen würden zum Nischenprodukt.
This article is also available in
English.
It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.
Spiele-Streaming soll bis 2035 zu einem Markt mit 38 Milliarden US-Dollar Volumen anwachsen und die Spielkonsole als Massenprodukt verdrängen, prognostiziert Bloomberg Intelligence. Den Bericht, der sich vorrangig an Anleger richtet, hat ein Team um den Analysten Nathan Naidu verfasst.
Wie Bloomberg berichtet, sehen die Analysten künstliche Intelligenz (KI) als Treiber dieser Entwicklung: Der Ausbau von Rechenzentren für KI soll die Reichweite von Cloud-Gaming vergrößern und den Betrieb günstiger machen. Weil Spiele durch KI immer aufwendiger würden, ließe sich der wachsende Hardwarehunger effizienter aus dem Rechenzentrum bedienen, als alle paar Jahre eine neue Konsolengeneration zu entwickeln. Anfang der 2030er-Jahre könnte zudem Werbefinanzierung das Wachstum antreiben und Spieler in Schwellenländern erschließen.
Ganz verschwinden soll die Konsole dem Bericht zufolge aber nicht: Sie bleibe für ambitionierte Spieler relevant, die Wert auf maximale Leistung legen, und vielleicht für Sammler – so wie Plattenspieler in der Musik. Offenbar zählt Bloomberg auch Spiele-PCs zu den Spielkonsolen.
Vor allem Microsoft, Nvidia und Tencent können laut Bloomberg Intelligence profitieren, weil sie stark in Cloudinfrastruktur investiert haben. Microsoft soll mit Xbox Cloud Gaming seinen Marktanteil von rund 40 Prozent halten. Dabei hat das Unternehmen sein Cloudangebot zuletzt eingeschränkt: Ab November begrenzt Microsoft das Cloud-Gaming im Xbox Game Pass auf ein monatliches Stundenkontingent. Das Ultimate-Abo für 21 Euro im Monat bekommt 15 Stunden, das Premium-Abo für 13 Euro erhält 10 Stunden und Essential für 9 Euro noch 5 Stunden. Wer mehr streamen will, muss Stunden im Xbox Store dazukaufen. Als Grund nennt Microsoft die Kosten, die mit der Zahl der Nutzer und ihrer Spielzeit steigen.
Bis Cloud-Gaming für die Anbieter günstiger wird, dürfte es noch dauern. Derzeit treibe die Nachfrage nach KI-Rechenzentren die Preise für Rechenleistung nach oben, schreibt Naidu. Erst gegen Ende des Jahrzehnts erwartet er durch den Ausbau der Rechenzentren überschüssige GPU-Kapazitäten, die Rechenleistung verbilligen und Cloud-Gaming wirtschaftlicher machen sollen.
Eigene Gaming-Hardware ist in den vergangenen Jahren ebenfalls deutlich teurer geworden: Wegen der Speicherkrise hat Microsoft etwa die Preise der Xbox-Konsolen zum 1. August um 33 bis 50 Prozent angehoben: Die Xbox Series X mit Laufwerk kostet nun 800 statt 600 Euro, die Series S mit 512 GByte 500 statt 350 Euro. Sony verlangt seit April 650 Euro für die Playstation 5, Nintendo hat den Preis der Switch 2 zum 1. September von 470 auf 500 Euro angehoben. In der Ankündigung der Cloudlimits schreibt Microsoft, Streaming könne vor allem in Märkten nützlich sein, in denen Konsolen schlecht verfügbar oder kaum bezahlbar sind.
Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externer Preisvergleich (heise Preisvergleich) geladen.
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden.
Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (heise Preisvergleich) übermittelt werden.
Mehr dazu in unserer
Datenschutzerklärung.